E-Sport in Bonn: 1200 "League of Legends"-Fans im Telekom Dome

E-Sport in Bonn : 1200 "League of Legends"-Fans im Telekom Dome

In Bonn sind Spitzenspieler mit „League of Legends“ gegeneinander angetreten. Mehr als Tausend Fans verfolgten das E-Sport-Event im Telekom Dom.

Es geht um alles oder nichts. Die Drachen sind erlegt, die Türme zertrümmert, der Nexus liegt schutzlos vor dem roten Team. Aufgeben wollen die Verteidiger dennoch nicht. Noch einmal stürmt, noch einmal. Zu spät. Bonns Finest, ein extra zusammengewürfeltes Team aus Top-Spielern der deutschen „League of Legends“-Szene, sichern sich im Telekom Dome den ersten Sieg im Showmatch gegen das favorisierte „Spandauer Inferno“.

Ein überraschender Auftakt eines E-Sports-Ereignisses, mit dem viele Deutsche immer noch nicht viel anfangen können. Doch die Riege der professionellen Video-Spieler wächst kontinuierlich, nicht zuletzt dank einer jungen Gemeinschaft, die nicht nur mit sondern zunehmend auch in der digitalen Welt groß geworden ist und ihr mit all ihren Möglichkeiten und Ablenkungen verbunden bleibt.

Längst haben sich die so genannten E-Sports auch in Deutschland etabliert. Der Andrang im Telekom Dome spricht für sich: 1200 Besucher sind angereist, um das Tour Finale zwischen der von der Telekom geförderten Mannschaft „SK Gaming Prime“ und dem Berliner Team „BIG“ zu sehen. „Es ist unglaublich spannend, mit Gleichgesinnten mitzufiebern“, erklärt Simon Steiner aus Koblenz. Wer hat die bessere Strategie und die besseren Nerven? Fragen, die sich auch bei anderen Sportarten stellen. Nur dass „League of Legends“ eben nicht den Körper, sondern den Geist fordert.

Gute Stimmung im Telekom Dome

Gespielt wird in Fünfer-Teams, die in einer digitalen Fantasiewelt versuchen müssen, die gegnerische Basis zu zerstören. Jeder Spieler lenkt einen von 144 Charakteren mit einzigartigen Talenten – schon die Auswahl kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Während der Spiele gilt es, mit Hilfe von heraufbeschworenen Kreaturen und den eigenen Fähigkeiten Türme auszuschalten, die entlang der Routen zur Basis des feindlichen Teams stehen. Erst dann kann der finale Angriff erfolgen. Ein einziger Fehler kann das eigene Team dabei massiv schwächen. Und das will niemand, immerhin geht es in Bonn um insgesamt rund 10.000 Euro Preisgeld. Ein stattlicher Betrag und doch nur die Spitze des Eisbergs. Wer bei „League of Legends“ das Ticket zur Weltmeisterschaft löst, hat dort die Chance auf eine Siegprämie von etwa 600.000 Euro pro Spieler, auch wenn derzeit noch Mannschaften aus Südkorea und China das Feld dominieren. „Wir veranstalten mehrere Vorrunden, dann ein Finale in einer bestimmten Stadt wie eben jetzt in Bonn und wiederholen diesen Ablauf viermal“, erklärt Alexander Tscherney vom Entwicklerstudio Riot Games. „Wer am Ende die Tabelle anführt, darf auf europäischer Ebene antreten.“

Im Telekom Dome ist das Publikum gut drauf. Jeder gelungene Spielzug, jedes erfolgreiche Ausschalten eines gegnerischen Spielers wird ausgelassen bejubelt. Die Gemeinschaft hält zusammen, zumindest in der realen Welt. „Ich kenne viele Leute im Spiel, deshalb bleibe ich dabei“, erklärt Steffen Thieme. Ähnlich geht es Lena Zimmermann. Aber, sagt sie: „Im Spiel gibt es schon viele, die andere bei schlechten Spielzügen beleidigen oder einfach offline gehen. Das ist nicht so prickelnd. Dennoch macht mir League of Legends großen Spaß.“ Und bietet enorm viel Spannung, auch beim Zuschauen. In Bonn unterliegen die Favoriten von SK Gaming am Ende mit 3:0 gegen das Team BIG, das vor allem beim finalen Spiel keine Fehler macht.

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