Sanierung in Bonn: 1,3 Millionen Euro versickern unter der Beethovenhalle

Sanierung in Bonn : 1,3 Millionen Euro versickern unter der Beethovenhalle

Die Stabilisierung des Erdreichs unter der Beethovenhalle wird teurer als erwartet. Die Kosten dafür betragen nun 1,3 Millionen Euro.

Der Spezialtiefbau bei der Sanierung der Beethovenhalle ist aufwendiger, als die Stadt erwartet hat. Um den „schlechten und unberechenbaren“ Untergrund zu stabilisieren, seien umfangreiche Zusatzarbeiten nötig, heißt es in einer vertraulichen Beschlussvorlage für den Rat. Kostenpunkt des inzwischen genehmigten Nachtragsangebots der Tiefbaufirma: rund 1,3 Millionen Euro.

Die Spezialisten sollen den Untergrund unter der Halle mit Hochdruckinjektionen (HDI) befestigen. Dabei werden Beton und Bindemittel ins Erdreich gepumpt, die nach dem Aushärten eine stabile Unterfangung bilden. Die Firma benötigt dafür der Vorlage zufolge größere Mengen als bisher vorgesehen.

So gehe das Gemisch zum Teil in unvermuteten Hohlräumen verloren. Die Beethovenhalle ist bekanntlich auf dem Trümmerschutt einer alten Klinik errichtet worden. Das HDI-Verfahren muss offenbar auch an mehr Stellen des Gebäudes eingesetzt werden als ursprünglich gedacht.

Tiefbau wird an vielen Stellen teurer als geplant

Betroffen sind laut Vorlage zum Beispiel der Orchester- und Hinterbühnenbereich, ein Treppenhaus und ein Verbindungsgang. „Zusätzliche Unterfangungen“ meldet das zuständige Gebäudemanagement außerdem für das frühere Studio an. Dieses wird tiefergelegt und soll dem Beethoven Orchester ab 2020 als Probenraum dienen.

Teurer als geplant wird auch die Schadstoffbeseitigung im Großen Saal. Dort hat eine Spezialfirma zwar bereits Asbest aus den Lüftungsschächten entfernt. Jetzt steht aber noch eine aufwendige Betoninstandsetzung an, wie aus einer weiteren Stadtvorlage hervorgeht.

Um alle Asbestzementnester vollständig zu entfernen, mussten demnach tragende Wände der Lüftungskanäle teilweise aufgebrochen werden. Der Umfang der nötigen Arbeiten sei erst nach dem Öffnen der Kanäle sichtbar geworden und somit nicht planbar gewesen, versichert das Gebäudemanagement. Die Nachtragskosten liegen hier bei 730.000 Euro. Auch dies hat der Rat kürzlich genehmigt.

Beide Nachträge waren laut Stadtverwaltung bereits in der Gesamtkostenprognose enthalten, die sie im September veröffentlicht hatte. Demnach würde die Sanierung der Beethovenhalle rund 94 Millionen Euro kosten. Es drohen allerdings weitere Nachforderungen von Baufirmen und Planern.