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Sperrung der Viktoriabrücke in Bonn wegen Corona vor den Sommerferien

Wegen Coronakrise : Viktoriabrücke vor den Sommerferien zwei Wochen dicht

Das Coronavirus wirkt sich auch auf die Bauarbeiten an der Viktoriabrücke aus. Diese wird nun vor den Sommerferien gesperrt, teilte die Stadt auf einer Pressekonferenz mit. Dort äußerte sie sich auch zu der bisherigen Sperrung der Altstadt und zu den aktuellen Corona-Fällen.

Das Coronavirus bringt die Bauarbeiten an der Viktoriabrücke in Bonn ins Stocken. „Sowohl notwendiges Material als auch Personal kommen wegen Reisebeschränkungen nicht nach Bonn“, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Um eine zweijährige Verzögerung zu verhindern, müsse die Brücke zwischen Ende Juni/Anfang Juli für zwei Wochen gesperrt werden.„Diese Variante ist das geringere Übel“, erklärte Sridharan.

Hätte man am regulären Zeitplan festgehalten, der das Ende bis Anfang 2022 vorsieht, wäre die Viktoriabrücke erst zwei Jahre später fertig geworden. „Das hängt mit der darunter verlaufenden Trasse der Bahn zusammen.“ Die Arbeiten müssten mit dem Fahrplan abgestimmt sein, damit die Strecke in dieser Zeit nicht so stark befahren würde. „Diese Vorgaben führen zu bestimmten Zeitfenstern, die wir nutzen können.“Tiefbauamtsleiter Peter Esch hofft, dass in den zwei Wochen alles glatt läuft, es keinen Mangel mehr gebe. „Falls nicht, haben wir ein Problem“, so Esch.

Denn als Umleitungsstrecken sei vor allem die Autobahn angedacht, die aber wiederum ab den Sommerferien wegen Bauarbeiten nicht dafür nutzbar sei. Er ist jedoch zuversichtlich, dass die benötigte Arbeitskräfte, vor allem aus Polen, wieder einreisen können. Durch die Verlängerung erhöhen sich die Kosten, die zuletzt auf rund 45 Millionen Euro beziffert wurden, um einen niedrigen sechsstelligen Betrag.

Leichter Rückgang bei Zahl der registrierten Corona-Fälle

334 akute Fälle der Erkrankung mit dem Coronavirus registrierte die Stadt am Donnerstagmittag, das sind drei weniger als am Vorabend. Seit dem 29. Februar, als die Pandemie erstmals in Bonn nachgewiesen wurde, sind es insgesamt 447. Genesen sind 111 positiv Getestete, zwei betagte Patienten sind verstorben. Die Verdoppelungsgeschwindigkeit der Ausbreitung des Virus liegt in Bonn bei 13 Tagen. Sridharan bat, aus dem leichten Rückgang keine voreiligen Schlüsse zu ziehen: „Im günstigsten Fall spricht das dafür, dass die Maßnahmen allererste vorsichtige Erfolge zeigen. Allerdings heißt das auch, dass wir den Weg des Kontaktverbots mit all seinen unvermeidlichen Einschränkungen unbedingt weitergehen müssen.“

In den Bonner Krankenhäusern befinden sich 69 Patienten aus dem In- und Ausland, 24 auf Normalstation, 26 auf Intensivstation, 19 werden beatmet. In zwei der bisher schon betroffenen Altenheime ist je ein weiterer bestätigter Fall bekannt geworden. „In den Krankenhäusern sind wir gut aufgestellt, die Kapazitäten reichen aus“, so Sridharan. Das Diagnostikzentrum wird auch über Ostern im Bereitschaftseinsatz sein, die Mehrzahl der nötigen Abstriche wird jedoch mobil gemacht.

Sperrung der Altstadt: Bürger zeigen Verständnis

Eine positive Bilanz hat der Stadtordnungsdienst nach dem ersten Tag der Sperrung der Altstadt gezogen: Die meisten Bürger zeigten Verständnis, Verwarnungen oder gar Anzeigen waren nicht erforderlich. „Es ist mit wenigen Ausnahmen ein höflicher und respektvoller Umgang“, sagte Sridharan. Er bedauerte, dass der Stadt „nichts Anderes übriggeblieben war als die Altstadt zu sperren, weil sich nicht alle an jene Regeln halten“. An den acht Zugängen zur Altstadt kontrollieren jeweils bis zu vier Mitarbeitende den Zugang.

Um keine weiteren Anziehungspunkte entstehen, werden der Beginn der Brunnensaison verschoben. Üblicherweise beginnen sie um Ostern herum wieder zu sprudeln. Es gibt allerdings Ausnahmen: Die Fontäne im Stadtpark Bad Godesberg, der Blindenbrunnen im Japanischen Garten und die Kaskade im Rheinauensee, die in Betrieb genommen werden müssen, um stehende Gewässer zu belüften.

Mit Blick auf den Bonner Einzelhandel und kriselnde Geschäfte wie Karstadt und Kaufhof sagte Sridharan, dass die Unternehmen unterstützt werden müssten. Er hält eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen für denkbar, die sich beispielsweise so wie in den Supermärkten an der Quadratmeterzahl orientieren könnte. „Aber die Gesundheit muss im Vordergrund stehen“, so der Oberbürgermeister. Solche Entscheidungen dürften nicht vorschnell getroffen werden.