Spannungsschwankung lässt Baskets-Fans verzweifeln

Spannungsschwankung lässt Baskets-Fans verzweifeln

Radioübertragung des Basketball-Finales war über weite Strecken lahmgelegt - Rauchwolke über Duisdorf

Bonn. Kollektive Verzweiflung nicht nur beim Public Viewing auf dem Museumsplatz: Tausende Fans der Telekom Baskets, die am Donnerstagabend zu Hause mangels Fernsehübertragung das finale Finale in Oldenburg bei Radio Bonn/Rhein-Sieg verfolgen wollten, verstanden die Welt nicht mehr.

Über weite Strecken des Spiels hörten sie nichts, und wenn überhaupt etwas über den Sender kam, ging der Jubel von Reporter Stephan Unkelbach im Rauschen unter. Ursache war eine kurze Spannungsschwankung im Stromnetz, die nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Werner Schui normalerweise allenfalls mal die Glühbirne flackern lässt.

Doch Radio Bonn/Rhein-Sieg wurde lahmgelegt, wie Chefredakteur Jörg Bertram auf Anfrage mitteilte. Es sei zu einer Überspannung gekommen, der Verstärker "hopsgegangen". Es sei zwar gesendet worden, aber ohne Ton. Betroffen gewesen seien die Frequenzen Bonn, Siegburg, Much und Windeck. Bornheim und der Sender auf dem Ölberg hätten mit Ton gesendet.

Ein Übertragungswagen sei zum Sender Venusberg gefahren, um das Programm vom Ölberg abzugreifen und somit den Ton in alle Haushalte schicken zu können. Dafür hätte es nur des Schlüssels für das Sendehäuschen bedurft.

Den brachte laut Bertram ein Techniker des Sendernetzbetreibers aus Leverkusen um 20.59 Uhr. "Um 18.07 Uhr haben wir den Fehler gemeldet und es dringend gemacht", sagte der Chefredakteur. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Techniker so lange gebraucht habe. Um 21.07 Uhr sei Radio Bonn/Rhein-Sieg über den Übertragungswagen wieder zu hören, um 21.43 Uhr der Verstärker ausgetauscht gewesen.

Wut und Enttäuschung auch bei vielen Fans, die im Internet mitfiebern wollten: Der Server von bbl.tv war offenbar ebenso überlastet wie zeitweise die Homepage der Baskets. Betroffen war auch der Sprecher für die Region West der Telekom, André Hofmann: "Ich bin auch übers Handy nicht zum Live-Ticker gekommen."

Die Spannungsschwankung im Stromnetz zu spüren bekommen hat auch das Weck-Glaswerk in Duisdorf. Weil schwarze Rauchwolken aus dem Schornstein zogen, wurde zunächst ein Feuer vermutet. Doch dann stellte sich heraus, dass die Schwankung die Rauchgasreinigungsanlage außer Betrieb gesetzt hatte, wie der Technische Geschäftsführer der Firma, Othmar Lösch, sagte.

Dadurch sei Rauch ungefiltert durch den Schornstein ausgetreten. Die Anlage sei schließlich von Hand wieder hochgefahren worden.