Konzert in der Harmonie: "Sixties United" schicken Fans auf Reise in die Flower-Power-Zeit

Konzert in der Harmonie : "Sixties United" schicken Fans auf Reise in die Flower-Power-Zeit

Es war ein mitreißender Trip in die Flower-Power-Zeit: Auf der Bühne der restlos ausverkauften "Harmonie" röhrte Sänger Günther Grothaus den Stones-Klassiker "Satisfaction", während im Publikum die Fans mit Stirnbändern, Batikhemden und Jackets mit aufgenähten Friedenssymbolen tanzten.

Sängerin Bea Tradt hatte zahlreiche Rock- und Popmusiker um sich geschart, die in den 60er und 70er Jahren in der Bonner Musikszene aktiv waren.

Am Samstag trat das vielköpfige Ensemble "Sixties United" zum dritten Mal in Endenich auf. Vor dem Konzert mit Stücken von Bands wie Free, Steppenwolf, Steamhammer und Jefferson Airplane konnten die Besucher auf dem Hippie-Flohmarkt stöbern. In der Pause zeigte Tradt Original-Videoaufnahmen von Live-Konzerten aus der damaligen Zeit. "So viele Leute wollten den Abend miterleben, dass wir leider zahlreiche Fans nach Hause schicken mussten", sagte sie später.

Ursprünglich waren die "Sixties United" als einmaliges Projekt gedacht. "Ich wollte aus meinen Jugend-Erinnerungen lesen", erzählte Bea Tradt, eine braungebrannte Frau von 60 Jahren mit blonder Kurzhaarfrisur. Doch weil eine reine Lesung den "Harmonie"-Betreibern zu unspektakulär war, trommelte sie Rock- und Pop-Veteranen als musikalisches Begleitprogramm zusammen.

Das Konzert machte den Musikern so viel Spaß, dass die Band bestehen blieb. Zwei bis drei Auftritte haben die "Sixties United" im Jahr; davor wird nur dreimal geprobt; die Besetzung verändert sich häufig. "Wir haben ja alle Berufe oder unsere Hauptbands und Familie."

An die wilden 60er und 70er Jahre erinnert sie sich gerne. "Alles war damals neu und aufregend: Die Musik, die Klamotten und die Freiheiten, die wir uns herausnahmen." Im Keller eines Duisdorfer Reihenhauses begann 1965 ihre musikalische Karriere. Gemeinsam mit zwei Freundinnen gründete die damals 14-Jährige die Girl-Band "The Secrets". Wer welches Instrument spielte, wurde ausgelost. "Ich durfte ans Schlagzeug - eine Omo-Waschmitteltrommel." Einen einzigen Auftritt hatte die Girl-Band. "In Rheinbach ließen uns The Troop für einen einzigen Song auf die Bühne."

Später wurde Tradt Sängerin der Bonner "Sunny Skies". Was ihr heute am meisten fehlt, ist die Unbekümmertheit der Hippiebewegung, sagt Tradt, die 1982 die Band verließ und jahrzehntelang als Reiseleiterin durch die Welt tourte, bevor sie 2006 nach Bonn zurückkam. "Wir hatten unser Leben noch vor uns und dachten immer: Es wird schon alles gut."

"Wir sind nicht die Perfektesten", sagte Tradt. "Uns geht es um den Spaß." Und weil Spaß unbezahlbar ist, spenden die "Sixties United" den Erlös des Konzerts an "Bonn Lighthouse", einen Verein für ambulante und stationäre Hospizarbeit.

Bei den "Sixties United" spielten am Samstag gemeinsam mit Tradt und Grothaus Jürgen Bieler, Rowi Ditz, Jens Hoffmeister, Volker Hovestadt, Fritz Jahns, Rolf Kehlenbach, Gregor Kess, Madda Kess, Volkmar Kramarz, Diethard Schaefer und Marcel Weidenbach.

Noch mehr Rock

Kommende Beat- & Rockabende in der Harmonie: 21.4. "Sunny Skies", 7.10. "The Pretty Things", 20.10. "Brian Auger & Band", 8.11. "The Yardbirds", 6.12. "Sticky Fingers - A Tribute To The Rolling Stones At Altamont" und 8.12. "The Beatles Revival Band".