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Stadt Bonn: Sexsteuerautomat bringt 1000 Euro in einer Woche

Stadt Bonn : Sexsteuerautomat bringt 1000 Euro in einer Woche

Der Sexsteuerautomat an der Immenburgstraße wird von den Damen des horizontalen Gewerbes weitgehend akzeptiert. Das ist die Einschätzung der Stadtverwaltung nach der ersten Woche. Das umgerüstete Parkscheingerät war am 29. August am "Verrichtungsgelände" aufgestellt worden.

Für jede "Schicht" müssen die Prostituierten eine Vergnügungssteuermarke für sechs Euro ziehen. In den ersten sieben Tagen seien rund 1000 Euro zusammengekommen, berichtete Monika Frömbgen aus dem städtischen Presseamt. Das sei "im Rahmen der Erwartungen" gewesen. Die Stadtverwaltung gehe davon aus, dass an Wochentagen etwa 20 Frauen auf dem Straßenstrich aktiv seien, am Wochenende etwas mehr.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag haben Mitarbeiter des Kassen- und Steueramtes vor Ort Kontrollen durchgeführt. "Von den rund 30 Frauen hatte der Großteil eine Steuermarke bei sich", berichtete Frömbgen. Die Frauen, die keine Marke vorzeigen konnten, seien über ihre Steuerpflicht aufgeklärt worden.

Die meisten hätten höflich reagiert. "Einige scheinen froh zu sein, keine komplizierte Vergnügungssteuererklärung anfertigen zu müssen", sagte Frömbgen. Der Automat helfe den Frauen zudem, trotz Steuerpflicht ihre Anonymität zu wahren. Wer wiederholt ohne Steuermarke auf dem Straßenstrich angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Die Bonner Automaten-Idee schlägt weltweit Wellen. Das Presseamt hatte zu diesem Thema unter anderem Anfragen der New York Times, des russischen Fernsehens, eines kanadischen Rundfunksenders und von Radio Luxemburg. Am Mittwoch wollte Spiegel-TV in Bonn drehen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält den Sexsteuerautomaten für eine Chance für Kommunen, ihre Kosten im Zusammenhang mit der Straßenprostitution zumindest teilweise zu decken.

Die Stadt Bonn erwartet in diesem Jahr aus der "Sexsteuer" rund 200.000 Euro - zu zahlen von Prostituierten auf dem Straßenstrich und in einschlägigen Etablissements. Grundstückspacht und Bewachung des Verrichtungsgeländes kosten die Stadt auf der anderen Seite etwa 240 000 Euro.