Rund 4.500 Menschen demonstrieren friedlich gegen Afghanistan-Konferenz

Rund 4.500 Menschen demonstrieren friedlich gegen Afghanistan-Konferenz

Weitesgehend friedlich, mit einigen Verkehrsbeeinträchtigungen und einem Eierwurf gegen Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele ist die Demonstration des "Protestbündnis gegen Petersberg II" am Samstagnachmittag in Bonn zu Ende gegangen.

Rund 4.500 Menschen waren durch die Bonner Innenstadt gezogen und hatten gegen die Afghanistan-Konferenz und gegen die Fortsetzung des Militäreinsatzes am Hindukusch demonstriert.

Ab dem Vormittag hatte die Polizei zahlreiche Straßen wegen der Demo gesperrt. Ab 12.30 Uhr war es zudem zu Streckentrennungen, Umleitungen, Behinderungen und Verspätungen im Bus- und Bahnnetz der Bonner Stdtwerke (SWB) gekommen. Betroffen waren zahlreiche Buslinien sowie die Stadtbahnlinie 66 und die Straßenbahnlinien 61 und 62. Die SWB-Verkehrsleitstelle hatte die Busse umgeleitet: Fahrzeuge, die stadtauswärts regulär über die Kennedybrücke fahren, wurden bis etwa 14 Uhr über die Nordbrücke geführt. Fahrzeuge von dort wurden weiträumig um den Demonstrationszug herum geführt.

Die Bahnen der Linien 61, 62 und 66 waren im Bereich Bertha-von-Suttner-Platz getrennt und pendelten jeweils in ihren Streckenabschnitten. Die Linie 61 wurde bis 14.40 Uhr im Streckenabschnitt zwischen Auerberg und Hauptbahnhof nicht befahren.

Als der Demonstrationszug gegen 15 Uhr schließlich den Endpunkt am Kaiserplatz erreicht hatte, konnten die SWB viele der Streckenänderungen wieder aufheben. Und auch die Polizei gab zu diesem Zeitpunkt die meisten Straßen wieder für den Verkehr frei. Größere Verkehrs-Beeinträchtigungen habe es laut Polizei rund um die Demo nicht gegeben.

Laut GA-Reporterin Ayla Jacob zeigten sich die meisten Autofahrer und Passanten verständnisvoll und warteten geduldig, bis es weiter ging. Nur einige wenige Geschäftsleute hätten sich beschwert, dass wegen der Demo weniger Kunden in ihre Läden gekommen wären.

Und auch die Polizei zog ein positives Feedback: Die Demo mit rund 4.500 Teilnehmern sei weitesgehend friedlich verlaufen. Lediglich in der Altstadt seien einige Farbbeutel und Eier auf Polizisten aus Sachsen geflogen, so unsere Reporterin vor Ort. "Ich freue mich, dass wir mit unserer Prognose richtig lagen und es nur vereinzelt zu Farbbeutelwürfen sowie in zwei Fällen zum Abbrennen von bengalischem Feuer kam. Ermittlungsverfahren hierzu werden eingeleitet", bilanzierte der Polizeiführer, Leitender Polizeidirektor Helmut Pfau.

Und bei der Abschlusskundgebung auf dem Kaiserplatz bekam Hans-Christian Ströbele von Bündnis90/Die Grünnen Eier ab, als er die Bühne betrat. Eine Gruppe der Demonstranten schleuderte Ströbele die Worte "Blut, Blut, Blut an den Händen" entgegen. Seit Beginn der Afghanistan-Debatte hat Ströbele immer gegen den Bundeswehreinsatz gestimmt. Sein Vorredner, Linksfraktionschef Gregor Gysi, war mit Applaus empfangen worden.

Mit 10.000 Flugblättern, im Internet und durch Presseveröffentlichungen hatte die Bonner Polizei frühzeitig auf die zu erwartenden Beeinträchtigungen hingewiesen. "Mein Dank gilt allen, die unseren Empfehlungen gefolgt sind und die unvermeidbaren Einschränkungen hingenommen haben. Unser Angebot am Bürgertelefon wurde sehr gut genutzt", so Pfau. Bis zum Nachmittag wären rund 1700 telefonische Anfragen - davon alleine 300 am Samstag - beantwortet worden. Das Bürgertelefon der Polizei steht auch weiterhin (am Sonntag von 9 bis 17 Uhr und am Montag von 7 bis 19 Uhr) unter der Rufnummer (0228) 15 30 30 zur Verfügung.