Röttgener sorgen sich um ihre Gesundheit

Röttgener sorgen sich um ihre Gesundheit

Stadt genehmigt Bau einer Mobilfunkanlage unmittelbar am Rande eines Wohngebietes - Anwohner fordern Verlegung der Antenne in Kottenforst - Bürgerausschuss berät

Röttgen. Die Anwohner sind entrüstet über den Anblick, der sich ihnen beim Spaziergang im Wald bietet. "Ohne jegliche Vorwarnung wurde am Waldparkplatz Rulandweg, vor kurzem ein etwa 25 Meter hoher Gittermast, rund 120 Meter vom Wohngebiet, entfernt aufgestellt," moniert Ekkehard Richter.

Erst durch das Bauschild haben die Bewohner von der mehr als 40 Meter hohen Mobilfunkantenne und der Basisstation, die dort errichtet werden sollen, erfahren. Der Gittermast wurde zwar am Mittwoch vorübergehend wieder von einer Baufirma abgebaut, weil er instabil war, aber die Bewohner fühlen sich trotzdem sowohl von der Stadt als auch von dem zukünftigen Betreiber, der Deutschen Funkturm GmbH, übergangen.

"Wir wurden vor der Erteilung der Baugenehmigung und vor dem Bau durch die zuständige Stelle nicht informiert und konnten noch nicht einmal dagegen protestieren," so Richter empört. Die Baugenehmigung wurde vor wenigen Tagen erteilt. Anwohner beklagen zum einen, dass die Stadt keinen ausreichenden Sicherheitsabstand für die Errichtung der Anlage eingehalten haben soll.

Zum anderen befürchten sie, dass eine so hohe Mobilfunkantenne große Sendeleistung besitzt und somit eine "Gefahr für Leib und Leben" für die in der Nähe der Anlage Wohnenden darstellt. Das Presseamt der Stadt winkt ab und beruhigt die erhitzen Gemüter. "Vorprüfungen zur Verträglichkeit haben ergeben, dass erhebliche Beeinträchtigungen des Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebietes sicher ausgeschlossen werden können.

Die Sendeantennen strahlen im Regelfall mit einer Neigung von sechs bis sieben Grad, so dass das Bodenniveau erst in entsprechend großer Entfernung vom Mast erreicht wird, wodurch die Immissionsbelastung verringert wird." Ekkehard Richter widerspricht: "Es gibt Studien, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen innerhalb eines Umkreises von 400 Metern belegen."

Obwohl die Stadt Bonn selbst keine eigenen Richt- oder Vorsorgewerte definiert hat, hat der Betreiber darauf geachtet, die Anlage nicht im Umkreis von 100 Metern um Kindertagesstätten, Übermittagsbetreuungen oder Grundschulen zu platzieren. Gegen den Bau einer Mobilfunkanlage haben die Anwohner zwar nichts einzuwenden, aber sie sollte nicht gerade unmittelbar vor ihrer Haustür stehen. "Der Kottenforst ist groß genug. Man könnte die Anlage einfach mehrere hundert Meter woanders hin verlegen", fordern die Anwohner in einem Bürgerantrag.

Der Bürgerausschuss diskutiert den Antrag in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 26. April. Die Tagung beginnt um 18 Uhr im Stadthaus, Ratssaal, Berliner Platz 2.

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