Pächter für Redoute steht fest

Pächter für Redoute steht fest

Die letzte Entscheidung liegt zwar beim Stadtrat; der Wirtschaftsausschuss und die Bad Godesberger Bezirksvertretung, haben sich aber bereits auf einen Pächter festgelegt, den sie favorisieren und empfehlen.

Bad Godesberg. Der Kölner Kurfürst Max Franz hatte sie um 1790 errichten lassen, jetzt soll erneut ein Kölner Leben in die Redoute bringen.

Die letzte Entscheidung liegt zwar beim Stadtrat; dem aber empfehlen Wirtschaftsausschuss und Bad Godesberger Bezirksvertretung einhellig, die Bad Godesberger Festsäle mitsamt der Gastwirtschaft Redüttchen an die Gastronomen der Kölner Wolkenburg zu verpachten. Der Pachtvertrag zwischen der Stadt als Eigentümerin und den bisherigen Betreibern war Ende 2010 ausgelaufen. Zurzeit wird die Redoute umfassend renoviert.

Die Politiker machten sich die Entscheidung nicht leicht: Vier Stunden lang berieten Bezirksvertretung und Wirtschaftsausschuss am Mittwochabend hinter verschlossenen Türen. Zunächst bestand der Kreis aus acht Interessenten.

Vier Bewerber waren im Vorfeld aus unterschiedlichen Gründen aus dem Verfahren ausgeschieden, kurzfristig hatten auch die - von der Stadtverwaltung favorisierten - Betreiber des Kölner Schokoladenmuseums aufgrund eines anderen Engagements von dem Vorhaben in Bad Godesberg Abstand genommen.

So verblieben am Mittwoch noch drei Kandidaten, zwischen denen die Mandatsträger die Wahl hatten: die Betreiber des Alten Wartesaals in Köln, das Restaurant Da Capo an der Beethovenhalle sowie eben die Kölner Wolkenburg, ein repräsentatives Anwesen auf einem ehemaligen Klostergelände am Rande der Kölner Altstadt zwischen Neumarkt und Barbarossaplatz. Eine halbe Stunde wurde jedem der drei Bewerber dafür eingeräumt, die Politiker von ihren Ideen für die Zukunft der Redoute zu begeistern.

Dass die multimediale Unterstützung hierfür ausgerechnet beim späteren Sieger ihren Dienst versagt hatte, mag die Wirkung seiner Überzeugungskraft gegenüber den Ausschussmitgliedern mitunter noch bekräftigt haben: Geschäftsführer Rudolf von Borries setzte bei seinem Vortrag kurzerhand auf die Kunst der freien Rede.

Und das mit Erfolg: "Wir suchen ja auch jemanden, der in der Lage ist, spontan, flexibel und sicher auf seine Kunden einzugehen", sagte ein Teilnehmer der Sitzung hinterher. Von Borries betreibt die historische Wolkenburg seit 2002, zudem ist er Geschäftsführer der Agentur Kölnsky, die den 27. und 28. Stock des Hochhauses "KölnTriangle" zum Feiern bereitstellt.

Ganz traditionell soll es hingegen auch künftig in der Redoute zugehen: Sie will der Geschäftsführer nach GA-Informationen weiterhin für familiäre, gesellschaftliche und geschäftliche Festivitäten vorhalten.

Das Redüttchen will er als deutsches Gasthaus mit regionaler und überregionaler Küche sowie einem reichhaltigen Angebot an Weinen etablieren. "Hinsichtlich Konzept und der zu erwartenden Pachteinnahmen lagen die drei Kandidaten gleichauf", kommentierte ein Sitzungsteilnehmer anschließend die Präsentationen.

In getrennten Abstimmungen votierten Wirtschaftsausschuss und Bezirksvertretung deutlich für die Wolkenburg. Die letzte Entscheidung liegt nun beim Stadtrat. Der tagt am 14. Juli.

Drei Bewerber, drei Konzepte Durchaus ähnliche Pläne - solide bis gehobene deutsche Küche im Redüttchen, Bankette und Bälle in der Redoute - verfolgten alle verbliebenen Mitbewerber um den ausstehenden Pachtvertrag. Auch gaben alle drei Interessenten als jährliches Umsatzziel zwischen eineinhalb und zwei Millionen Euro an.
Als Mindestpacht hatte die Stadtverwaltung in der Ausschreibung 4 000 Euro monatlich genannt. Besonders das Redüttchen, das kleine, der Redoute vorgelagerte Restaurant, ist betriebswirtschaftlich als Hauptsäule des Geschäfts von enormer Bedeutung: Anders als die Redoute, die nur punktuell genutzt wird, können hier an sieben Tagen der Woche Einnahmen erwirtschaftet werden.

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