Neue Straßenbahnen in Bonn erst 2021

Verkehrsmittel in Bonn : Neue Straßenbahnen kommen erst Ende 2021

Die 26 neuen Straßenbahnen für Bonn sollen erst Ende 2021 geliefert werden. Monatlich wird es dann neue Fahrzeuge geben.

Die Lieferung von 26 neuen Straßenbahnen wird sich um ein Jahr nach hinten verschieben. Anja Wenmakers, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bus und Bahn, sagte dem GA, dass sie mit der ersten der Niederflurbahnen nicht vor Ende 2021 rechnet. Die Bahnen werden nicht alle zusammen ausgeliefert, sondern monatlich eine, so der Plan. Bis alle Fahrzeuge, die im Bonner Stadtgebiet auf den Strecken 61 (Auerberg bis Dottendorf), 62 (Oberkassel bis Dottendorf) und 65 (Auerberg bis Ramersdorf) unterwegs sind, auf den Schienen fahren, werden also ab der ersten Lieferung mehr als zwei Jahre vergehen.

Dringender Handlungsbedarf

Der bisher vorliegende Zeitplan einer Auslieferung ab dem kommenden Jahr war ohnehin schwer zu halten. Wenmakers Vorgänger Heinz Jürgen Reining hatte zwar zeitig auf den dringend gebotenen Austausch hingewiesen. Die Politik wollte aber zunächst ein nachweisendes Gutachten in Auftrag geben. Im Februar 2017 attestierte der Tüv Rheinland den 1994 angeschafften Straßenbahnen einen schlechten Zustand, vor allem Rostschäden hätten den Wagen schwer zugesetzt. Der Gutachter sah "dringenden Handlungsbedarf" und empfahl keine Sanierung, sondern einen Neukauf ab 2020. Bereits im laufenden Jahr haben die Fahrzeuge nach Auskunft der Stadtwerke ihre technische Lebensdauer erreicht.

Im Gegensatz zu den älteren Stadtbahnen, die die SWB im Programm "Aus alt mach neu" saniert haben, schlossen sowohl SWB als auch der Tüv eine solche Aufbereitung bei den Straßenbahnen aus. Ein wichtiges Argument war die schwere Technik, die bei den Niederflurbahnen im Dach untergebracht ist und das Chassis stärker belastet. Im Juli 2017 beschloss der Stadtrat die Ausschreibung.

Notfallplan mit Ersatzbussen

Im Februar 2018 fielen in einer Woche acht der vorhandenen 24 Straßenbahnen aus. Die SWB mussten seinerzeit mit einem Notfallplan fahren, nach Auerberg kamen nur noch Ersatzbusse zum Einsatz.

Wenmakers sagte auf Nachfrage, dass die Straßenbahnen zwar mittlerweile eines erhöhten Wartungsaufwands bedürfen, aber das nicht Grund für die steigenden Unzuverlässigkeiten seien. Der Fahrermangel sei hier ausschlaggebend (siehe Artikel oben).

Im Rahmen einer Ausschreibung haben die SWB die Angebote mittlerweile sondiert und werden sie der Politik zur Entscheidung vorlegen. Noch hat die Kommunalpolitik nicht entschieden, ob die neuen Fahrzeuge mit einer vollwertigen Klimaanlage ausgestattet werden sollten. Die SWB sollten die Hersteller allerdings auch nach solchen Angeboten fragen. Bisher hieß es, der Kauf der 26 neuen Wagen würde rund 65 Millionen Euro kosten.

Kürzlich hat der Stadtrat entschieden, für eine geplante Taktverdichtung auf den Strecken der Linien 16, 63, 18, 86, 66 und 67 insgesamt 22 neue Stadtbahnwagen (sogenannte Hochflurbahnen) anzuschaffen. Der Kreistag muss dieser Investition noch zustimmen.

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