Liebeswirren im Bonner Loch

Liebeswirren im Bonner Loch

Dreharbeiten unter dem Hauptbahnhof: Die Schauspieler der ZDF-Telenovela "Lena - Liebe meines Lebens" locken Fans an.

Bonn. Wer am Mittwoch zur Mittagszeit im Hauptbahnhof unterwegs war, wunderte sich über ungewöhnliche Szenen an den Schließfächern gegenüber der Polizeiwache GABI. Hier, wo sich bei schlechtem Wetter die Bonner Obdachlosen treffen, ging es ausnahmsweise nur um die Liebe. Der ungemütliche Platz wurde für einen Tag zum Drehort der ZDF-Telenovela "Lena - Liebe meines Lebens".

Die Hauptfiguren folgten der Spur eines geheimnisvollen Schlüssels. Neben dem Schauplatz am Bonner Loch wurde für die 175. Folge der Fernsehserie, die auf einer Telenovela aus Argentinien beruht, auch am Hofgarten und in der Riesstraße gedreht.

Viele der Passanten, die auf dem Weg zur U-Bahn oder in die Innenstadt neugierig stehen blieben, stellten sich die Frage: "Was ist denn hier los?" Vera Seidel kannte die Antwort, sie war nur wegen der Dreharbeiten in die Stadt gefahren. "Ich schaue mir die Telenovela jeden Tag im Fernsehen an, jetzt wollte ich mal gucken, wie die Schauspieler in echt aussehen", verriet sie. Wenige Meter weiter wurde aufgeregt telefoniert.

"Meine Mutter ist ein großer Fan der Serie, jetzt soll ich nach Autogrammen fragen", erläuterte Stephanie lachend. Zu einem Handyfoto von Hauptdarsteller Max Alberti, der in der Rolle des David Graf von Arensberg an den Zuschauern vorbeieilte, reichte es zwar. Zwischen den Szenen verschwanden die Schauspieler jedoch im abgesperrten Bereich.

Dieser wurde von Mitarbeitern der Kölner Produktionsfirma überwacht, die alle Hände voll zu tun hatten. Besonders die Lage der öffentlichen Toiletten, die sich hinter dem Drehort befinden, ließ viele Passanten unbeirrt in den abgetrennten Bereich laufen. "Bisher gab es aber keine größeren Schwierigkeiten", waren sich die beiden Filmleute einig. Reisende, die ihre Koffer in den Schließfächern unterbringen wollten, wurden während der Drehpause einfach schnell durch das Set geleitet.

Im Gegensatz zu den vorbeieilenden Schaulustigen beobachtete Nadine Schulze das Geschehen ganz bewusst. Aus dem GA hatte der Serienfan von den Dreharbeiten erfahren und seinen freien Arbeitstag zu einem Besuch genutzt. "Ich habe sogar schon kurz mit Jessica geredet und ein Autogramm bekommen", berichtete Nadine Schulze stolz von ihrer Begegnung mit Hauptdarstellerin Jessica Ginkel.

Eine Schülerin ließ ihrer Freude über die Entdeckung der Dreharbeiten ebenfalls freien Lauf: "Lena - Liebe meines Lebens? Wie cool." Ihre Freundin war zwar von dem ganzen Treiben angetan, konnte dem Drehort aber nichts wirklich Positives abgewinnen. "Das Bonner Loch ist ja 'ne super Kulisse", bemerkte sie ironisch und zog ihre Klassenkameradin in Richtung U-Bahn.

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