Schumannhaus: Langsam, aber genial

Schumannhaus : Langsam, aber genial

Vor "Belshazzar's Feast": Thomas Neuhoffs Walton-Porträt im Schumannhaus

Gegen Ende seines langen Komponisten-Lebens gefiel sich William Walton - "Sir" war er mittlerweile auch - gerne in der Pose des "grand old man" der Musik jenseits des Ärmelkanals. Dabei hatte Walton ähnlich wie sein älterer Freund Paul Hindemith in den 20er Jahren als Bürgerschreck begonnen.

Nun, so etwas schien nicht auszubleiben, wenn man bei der exzentrischen Dichterin Edith Sitwell und ihren nicht minder verschrobenen Brüdern ein- und ausgegangen ist. Als Schmarotzer sah sich Walton selbst, der rund 15 Jahre auf Kosten der Sitwells lebte. Von einem Chorwerk des jugendlichen Walton bis hin zu seinen späten Liedern spannte sich der Bilderbogen, der beim Komponisten-Porträt im Schumann-Haus aufgeschlagen wurde.

Mitglieder des Philharmonisches Chores unter Leitung von Thomas Neuhoff und die Sopranistin Susanne König brachten Leben und Werk des Komponisten näher - im Vorfeld der Aufführung von Waltons wohl bekanntestem Werk "Belshazzar's Feast" am 18. Dezember in der Kölner Philharmonie, an der unter Neuhoffs Leitung neben dem Bonner Chor noch Chöre aus Köln und das Gürzenich-Orchester beteiligt sein werden. Susanne und Ludwig Egener, die noch persönlich mit Waltons Witwe bekannt waren, lasen im Schumannhaus zudem aus Briefen und Erinnerungen: Das amüsante Bild eines langsamen, um nicht zu sagen faulen Komponisten, der lieber ein paar Liedchen schrieb, als sich seiner 1. Sinfonie zu widmen.

Konzert: 18. Dezember, 20 Uhr, in der Kölner Philharmonie. Karten in den GA-Zweigstellen und bei bonnticket.de. Einführung: 14. Dezember, 19 Uhr, Trinitatiskirche Köln.