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Kurios, aber erklärbar: Das lange Warten am Bahnübergang Lessingstraße

Kurios, aber erklärbar: Das lange Warten am Bahnübergang Lessingstraße

Es ist ein Bild, das schon zum Alltag gehört: Vor der geschlossenen Bahnschranke an der Lessingstraße stehen Fußgänger, Radler und Autofahrer - und warten und warten. Ein Zug ist aber weit und breit nicht in Sicht.

Bonn. Es ist ein Bild, das schon zum Alltag gehört: Vor der geschlossenen Bahnschranke an der Lessingstraße stehen Fußgänger, Radler und Autofahrer - und warten und warten. Ein Zug ist aber weit und breit nicht in Sicht. Doch was kurios ist: An den benachbarten Übergängen an Weber- und Königstraße fließt der Verkehr, denn dort sind die Schranken geöffnet.

Das sorgt für Ärger und Unverständnis unter den Wartenden: "Ich musste geschlagene 15 Minuten zusehen, wie der Bahnübergang Lessingstraße zu blieb und die beide benachbarten offen waren", beschwert sich ein Bonner, der den Übergang regelmäßig nutzt und "immer wieder mitbekommt, wie sehr sich die Bürger darüber ärgern". Die Folge: Einige Passanten überqueren die Schienen auch bei geschlossenen Schranken.

Doch wie kommt es, dass eine Schranke unten bleibt, während die benachbarten geöffnet sind? "Der Bahnübergang Lessingstraße ist an das Einfahrtsignal zum Bonner Hauptbahnhof gebunden", erklärt Bahn-Sprecher Gerd Felser.

Soll heißen, dass die Schranke auch dann geschlossen bleibt, wenn das Signal für die Züge, die von Bad Godesberg in Richtung Bonn fahren, Rot zeigt. Und die Züge anhalten und auf der Strecke stehen bleiben. Doch wenn ein Zug zu spät gebremst werden und über das rote Signal rutschen würde, "könnte er erst auf dem Übergang Lessingstraße stehen bleiben". Aus reinen Sicherheitserwägungen bleibe die Schranke daher auch dann geschlossen, wenn kein fahrender Zug in Sicht ist.

Die anderen beiden Übergänge sind davon nicht betroffen - sie liegen zu weit vom Einfahrtsignal entfernt: Fußgänger, Rad- oder Autofahrer, die die Schienen überqueren, wären somit nicht in Gefahr. "Die Schranke an der Lessingstraße wird also nur dann hochgefahren, wenn das Einfahrtsignal auf Grün steht", sagt Felser. "Es ist unbefriedigend, aber es ist nun mal so."

Eine Lösung des Problems wäre es, den Übergang nicht zu nutzen - oder ihn aufzulösen und eine Unterführung zu bauen, sagt Felser. "Diesen Vorschlag hat die Stadt aber abgelehnt." Aus Kostengründen, weiß Elke Palm vom städtischen Presseamt. Bei der derzeitigen Haushaltslage könne so eine Maßnahme nicht umgesetzt werden.

Von Bonn in Richtung Godesberg gibt es das Problem übrigens nicht. Nach Auskunft der Bahn liegt das daran, dass der Übergang Königstraße weit genug vom Bahnhof entfernt liegt. Und die Passanten auch dann nicht gefährdet sind, wenn der Zug zu spät abgebremst werden würde.