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Kritik an der Bürgerinitiative Viktoriabad

Kritik an der Bürgerinitiative Viktoriabad

Stadt Bonn: "Unrealistische Vorstellungen"

Bonn. (sas) Mit deutlichen Worten hat die Stadt Bonn dem "Konzept der großen Bürgerinitiative Viktoriabad" widersprochen. Die Fachämter halten die Vorstellungen der Bürgerinitiative für "unrealistisch".

Die Zahlen, mit denen dort gearbeitet werde, hielten einer Überprüfung nicht stand. Das bäderpolitische Konzept sei falsch, die Sanierungskosten für das Viktoriabad seien zu niedrig angesetzt, so das städtische Presseamt.

Während die Viktoria-Initiative mit vier Millionen Euro auskommen will, kalkuliert das städtische Baumanagement die Sanierungskosten auf 5,2 Millionen Euro. Auch die für ein neues Frankenbad von der Bürgerinitiative genannten Summen hätten mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.

Für zehn Millionen könne man vielleicht eine 50 mal 20 Meter großen Wasserfläche "knapp finanzieren", so die Stadt. "So kann man vernünftig weder planen noch bauen", sagt Friedhelm Naujoks, Chef des Gebäudemanagements. Kritisch setzt sich die Stadt auch mit dem Bild auseinander, das die Initiative von sich in der Öffentlichkeit zeichnet.

Man habe es nicht mit einer breiten Bürgerbewegung zu tun, vielmehr vertrete eine überschaubare Gruppierung klar auszumachende Partikularinteressen. Dagegen müsse die Verwaltung die Bedürfnisse der Bürgerschaft im Blick behalten.

"Unsere Verantwortung erstreckt sich auf die Bedürfnisse von Familien, Schulen und Vereine in der gesamten Stadt", stellt Ludwig Krapf, der für die Bäder zuständige Dezernent, klar. Deutlich macht die Stadt, dass sie keine "Spaß-Bäder" plane, sondern am Frankenbad ein Familienbad wolle, das zu vertretbaren Preisen ein breites Angebot bietet.

Der Vorschlag der Initiative, ein der Öffentlichkeit nicht - oder nur über eine Vereinsmitgliedschaft - zugängliches Sport- und Vereinsbad an Stelle des Frankenbades zu errichten, überzeugt bei der Stadt niemanden. Zum einen würde die öffentlich zugängliche Wasserfläche, die in Bonn bei den Hallenbädern eher im Mittelfeld als an der Spitze im Land liegt, weiter reduziert.

Zum anderen lasse die Initiative auch bei der Kalkulation der Folgekosten außer acht, dass die Stadt sich im SSF-Schwimmbad erheblich finanziell engagiere, obwohl der Verein einen Beitrag leiste. Unseriös ist für die Verwaltung die Argumentation mit den Besucherzahlen.

"Wenn Sie ein Bad deutlich länger offen halten als andere, kommen nach Adam Riese auch höhere Besucherzahlen raus", so der scheidende Sport- und Bäderamtsleiter Peter Mähler. Fazit der Verwaltung: Der Vorschlag der Initiative Viktoriabad sei bei aller Wertschätzung des Engagements ökonomisch unausgereift und bäderpolitisch kontraproduktiv.