Kommentar: Schön geredet

Kommentar: Schön geredet

Das grenzt schon an Anachronismus: Da versetzt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch seinen Gebäudemanager nach Aufnahme der staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Friedhelm Naujoks kurzerhand ins eigene Dezernat und verkauft den Bürgern das Ganze unter anderem als länger vorbereitete Organisationsmaßnahme, um die Effektivität in der Verwaltungsarbeit zu steigern.

Das wollte Nimptschs Vorgängerin Bärbel Dieckmann auch, richtete das SGB ein - und holte Naujoks nach Bonn.

Natürlich gilt auch für Naujoks die Unschuldsvermutung. Befremdlich ist allerdings, wie der OB in seinen öffentlichen Erklärungen bemüht ist, die Ermittlungen gegen den Manager herunterzuspielen. Wenn Nimptsch noch so viel Vertrauen in Naujoks hätte, wie er den Eindruck erweckt, dann hätte er ihn ja im Amt belassen können. Nimptsch unterschätzt den Bürger gewaltig, wenn er die Entmachtung Naujoks nun schön redet.

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