"In Krisenzeiten Fachkräfte ausbilden"

"In Krisenzeiten Fachkräfte ausbilden"

Ralf Steinhauer über die regionale Ausbildungsbörse und die gegenwärtige Situation für Schulabgänger

Bonn. Die regionale Ausbildungsbörse, die die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg veranstaltet, geht in die zwölfte Runde.

Unter dem Motto "Berufsstart 2009/ 2010" präsentieren sich am Montag, 9. März, rund 85 Arbeitgeber mit ihren Ausbildungsangeboten von 14 bis 18.30 Uhr in der Beethovenhalle. Mit Ralf Steinhauer, dem Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, sprach Christoph Meurer.

General-Anzeiger: Was wird den Besuchern auf der Ausbildungsbörse geboten?

Ralf Steinhauer: Die Börse ist das Informationsforum für Ausbildungssuchende in Bonn und der Region. Man erhält unmittelbaren Kontakt zu großen Unternehmen wie Telekom und Postbank, aber auch zu vielen kleinen Betrieben. Neu im Programm ist eine Fragestunde (17 Uhr Anm. d. Red.) zum Thema "Mein Kind und seine Bewerbung - Stellenangebote gut lesen" mit der Fachreferentin Sabine Strauscheidt. Dazu sind besonders die Eltern eingeladen.

GA: Wen möchten Sie mit der Ausbildungsbörse ansprechen?

Steinhauer: Schwerpunktmäßig richtet sie sich an die diesjährigen Entlassungsjahrgänge aller Schulformen: Förderschüler, Hauptschüler, Realschüler, aber auch an Gymnasiasten, die sich für eine Ausbildung oder ein duales Studium interessieren. Dies kann, jenseits eines klassischen Studiums, eine Alternative für Abiturienten sein. Ebenso sind aber auch die Eltern auf der Börse willkommen. Eine berufliche Entscheidung ist umso fundierter, wenn sie von den Eltern mitgetragen wird. Die Berufswahl ist ein wichtiger Prozess, den die Eltern möglichst mit begleiten sollten.

GA: Wie ist die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt?

Steinhauer: Zurzeit ist die Ausbildungsplatzsituation stabil. Allerdings sollte ich als Schüler auch bereit sein, mir zu meinem Wunschberuf Alternativen zu überlegen und über den Tellerrand zu schauen. Auf der Ausbildungsbörse hat man in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Berufe kennen zu lernen, die man vorher noch gar nicht wahrgenommen hatte.

GA: Wird sich die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Ausbildungsplatzsituation negativ auswirken?

Steinhauer: Wir haben alle keine Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen. Wir können aber nicht erkennen, dass sich die Krise auf den Ausbildungsmarkt auswirkt. Die Unternehmen in der Region haben erkannt, dass sie Fachkräfte ausbilden müssen, um nach der Krise handlungsfähig zu sein oder um sie überhaupt zu überstehen.

GA: Welche Möglichkeiten der Berufsberatung außer der Ausbildungsbörse gibt es?

Steinhauer: Zum einen gibt es unser Berufsinformationszentrum hier in der Agentur. Zum anderen das Internetportal "Berufenet", das man über die Homepage www.arbeitsagentur.de erreicht. Dort werden über 400 Ausbildungsberufe ausführlich dargestellt. Die Informationen, die man auf der Webseite findet, sollten für Schüler eine Grundlage sein, um eine Orientierung zu bekommen. Damit sollte man dann die Berufsberater in der Agentur aufsuchen. Die Berater werden aber auch auf der Ausbildungsbörse sein.

Zur Person

Ralf Steinhauer (45) ist seit 2007 Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Insgesamt arbeitet er seit 24 Jahren beim Arbeitsamt beziehungsweise der Agentur für Arbeit.

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