Immer wieder kommt es zu Einbrüchen in Bonner Kindergärten

Beute ist oft gering : Viele Einbrüche und Verwüstungen in Bonner Kindergärten

149 Mal sind Einbrecher in den vergangenen Jahren in Kindergärten in Bonn und der Region eingestiegen. Und das, obwohl die Beute meist gering ist. Der jeweilige Sachschaden ist dafür umso höher. Allerdings ist es laut Stadt schwierig, die öffentlichen Einrichtungen zu schützen.

Die Beute ist zwar meist gering, trotzdem aber sind Kindergärten – gerade an den Wochenenden – ein beliebtes Ziel für Einbrecher. Oftmals hinterlassen die Täter ein Bild der Verwüstung, entsprechend hoch ist der jeweilige Sachschaden. So auch in der Kita am Winkelsweg. Im April versuchten Unbekannte, die Rollläden an dem freistehenden Gebäude hochzustemmen. Einmal, so berichtet Polizeisprecher Simon Rott auf GA-Anfrage, scheiterten sie. Ein erneuter Versuch aber war erfolgreich. Türen wurden zerstört, die Räume durchsucht, schließlich ließen sie Schlüssel mitgehen. „Es gab wenig Diebesgut“, so Rott. Der Sachschaden aber lag im vierstelligen Bereich.

Die Tat ist kein Einzelfall. Zwischen 2016 und Januar 2019 registrierte die Bonner Polizei in ihrem Zuständigkeitsbereich (Stadtgebiet Bonn, Bad Honnef, Königswinter und der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis) 149 Einbrüche in Kindergärten. 2013, 2014 und 2015 waren es sogar 191 Fälle, so Rott. Dabei gibt es laut Polizei keine örtlichen Schwerpunkte. In Bonn zum Beispiel „verteilen sich die Einbrüche gleichmäßig auf das gesamte Stadtgebiet“, sagt Rott.

Schäden oft höher als der Wert des Diebesgutes

Insgesamt gibt es im Bonner Stadtgebiet 215 Kindergärten, 70 davon befinden sich in Trägerschaft der Stadt. Im vergangenen Jahr wurde nach Auskunft von Isabel Klotz vom städtischen Presseamt in die Kitas Buschackerweg, An der Umkehr und in das Spielhaus Uno eingebrochen. In diesem Jahr seien bisher die Einrichtungen An der Rheindorfer Burg, Gerhart-Hauptmann-Straße, Friedrich-Wöhler-Straße, Flemingstraße und Winkelsweg betroffen gewesen. „Die Erstattungen durch die Versicherungen variieren pro Fall von 800 bis mehr als 3000 Euro“, so Klotz. Dabei dürfe man aber diese Erstattungen nicht unbedingt mit den Schäden gleichsetzen. Diese könnten höher sein.

„Es ist enttäuschend, immer wieder feststellen zu müssen, dass soziale und Bildungseinrichtungen Ziel sinnloser Zerstörung sind“, sagt Udo Stein, Leiter des Amts für Kinder, Jugend und Familie. Sinnlos deshalb, „weil in den seltensten Fällen Wertgegenstände entwendet werden können“. In jedem Fall übersteige der Schaden an Gebäuden den Wert des Diebesgutes bei weitem. Und, was noch schwerer wiege: „Hinzu kommt die Verunsicherung und psychische Belastung der Kolleginnen und Kollegen, die die Einbrüche entdecken“, so Stein.

Kindergärten sind nur schwer zu sichern

Doch woran liegt es, dass die Einbrecher immer wieder zuschlagen – obwohl sie nur selten etwas erbeuten? „Grundsätzlich gilt, dass Einrichtungen wie Kindergärten und auch Schulen schwer gegen Einbruch zu sichern sind“, teilt Klotz mit. Abends und am Wochenende stünden sie in der Regel leer. Die Täter müssten also nicht mit einer schnellen Entdeckung rechnen. Einen wirksamen Schutz böten lediglich Alarm- und Einbruchmeldeanlagen, „die auch bereits an einigen Standorten eingebaut werden“.

Unterstützung in Sachen Einbruchschutz kommt von der Polizei. So bietet das Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz kostenlose Beratungen zur so genannten städtebaulichen Kriminalprävention an. Deren Ziel ist es, es den Einbrechern durch bauliche Änderungen schwer zu machen. Soll eine neue Einrichtung installiert oder eine alte umgebaut werden, steht den Kindergärten ein speziell geschulter Mitarbeiter zur Seite, erklärt Rott. So können „kriminalpräventive Empfehlungen und Aspekte schon frühzeitig in die Planungen einbezogen werden“. Außerdem, so Rott, informieren technische Sicherheitsberater vor allem auch öffentliche Einrichtungen zum Einbruchschutz. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Sicherungsmöglichkeiten von Fenstern und Türen sowie Verhaltensprävention. Es geht aber auch um die Gestaltung des Umfelds, zum Beispiel mit Blick auf die Beleuchtung oder Grünschnitte.

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