Im Himmel gibt es Lego und ein Trampolin

Im Himmel gibt es Lego und ein Trampolin

Kinder und Senioren malen sich im Seniorenzentrum Kolfhaus aus, wie es jenseits der Wolken aussieht.

Schweinheim. (ham) Wie stellen wir uns den Himmel vor? Diese Frage stellten sich Alt und Jung gemeinsam beim Altenhilfeforum im Seniorenzentrum Heinrich Kolfhaus, das Martin Blachmann moderierte. Ricarda Valder, Kolfhaus-Leiterin des Psychosozialen Dienstes, hatte zahlreiche Bewohner sowie Kinder des Familienzentrums Söderblomhaus und Waldnest zur Kooperation gewinnen können.

Die Kleinen präsentierten gerne ihre Bilder und Vorstellungen vom Himmel. Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes im Waldkrankenhaus hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht. Sie zeigten ebenso ihre daraus entstandenen Werke. Und die waren ganz unterschiedlich.

Mit Wattebäuschen auf blauem Hintergrund und mit der verstorben Oma dachte sich die kleine Greta den Himmel. Eine ältere Dame zeichnete ein Paradies. Auf Philipps Bild muss es im Himmel auf jeden Fall ein Trampolin und natürlich Legosteine geben. Ein Wegweiser führte sicher hin. Fantasievoll setzte sich auch eine andere Seniorin mit dem Thema auseinander. Sie ließ in ihrem Himmel einen Stein zerplatzen. "Das ist der Stein, den man viele Jahre mit sich herum getragen hat", so die Seniorin. "Im Himmel muss man ihn nicht mehr tragen."

Kunsthistoriker Ulrich Forster verglich die entstandenen Kunstwerke mit historischen Bildern vom Himmel. Und die waren eher nicht so lebhaft wie die der Kinder und Senioren. "In Mose heißt es, man solle sich kein Bild vom Himmel machen. Das ist sicher einer der Gründe", erklärte er. Sehr viel fantasievoller seien die Künstler mit der Hölle umgegangen.

Hausseelsorger Pfarrer Dietrich Jeltsch griff das Thema aus religiöser Sicht auf. Zur Zeit Jesu habe man sich sieben Himmel vorgestellt, erklärte er. "Im siebten Himmel war Gott. Deshalb sagen wir das heute noch, wenn wir glücklich sind." Christoph Schmidt vom Hospiz am Waldkrankenhaus und Ines Keil-Schulze vom ambulanten Hospizverein Bonn berichteten von ihren Erfahrungen mit sterbenden Menschen. "Wir sprechen mit ihnen auch über den Himmel."

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