1. Bonn
  2. Hardtberg

Ehemaliges Feuerwehrhaus Lessenich: Wer bekommt die leeren Räume?

Ehemaliges Feuerwehrhaus Lessenich : Wer bekommt die leeren Räume?

Es gibt mehrere Interessenten für die weitere Nutzung: Das einzige, was in der ehemaligen Wagenhalle der Freiwilligen Feuerwehr Lessenich noch Räder hat, ist das Rollgerüst, das der Ortsausschuss (OA) für die Renovierung nutzt.

Die Wände wurden gestrichen, die Decke mit blauem Tuch abgehängt. Es gibt noch viel zu tun, bevor man diesen Raum richtig nutzen kann - für was auch immer.

Wenn es nach dem OA-Vorsitzenden Bruno Euskirchen ginge, würden die Feuerwehrräume künftig für Veranstaltungen und Sitzungen genutzt. So ganz klar ist das aber noch nicht, denn auch die angrenzende Laurentiusschule will die Räume gerne haben. Und auch ein privates Unternehmen würde gerne einziehen, um darin eine Kfz-Werkstatt einzurichten.

"Fast jeder Stadtteil in Bonn hat irgendwo ein Zentrum, in dem sich Jugendliche treffen können", sagt Euskirchen. In Lessenich fehle das. Der Ortsausschuss würde gerne der Jugend im Stadtteil eine Anlaufstelle bieten. Auch einen Seniorentreff könnte er sich vorstellen. Die Vereine könnten die ehemalige Feuerwehrunterkunft ebenfalls nutzen - einige Tanzgruppen der KG Lessenicher Sterne üben bereits darin.

Und nicht zuletzt würden sich die Räume für Veranstaltungen eignen, wie das Konzert von Many Lohmer am zweiten Advent gezeigt habe. Man könnte sie vermieten, dadurch käme noch ein wenig Geld in die OA-Kasse.

Die Grundschule hätte die Räume gerne als Mensa für ihre offene Ganztagsschule. Zwar gibt es eine Mensa mit 60 Plätzen für rund 160 Kinder. Aber mit Anstieg der Anmeldezahlen, sagt der stellvertretende OGS-Leiter Kalin Ilchev, brauche man auch mehr Klassenräume, und dafür müsse man die OGS-Räume nutzen.

"Wenn der Bedarf weiter steigt, müsste die Schule anbauen." Deshalb käme die ehemalige Feuerwehhalle der OGS sehr gelegen, nicht nur als Mensa, sondern auch für andere Aktivitäten. Man könne sich aber sicher mit dem Ortsausschuss über die Nutzung einigen, so Ilchev. Das sieht Euskirchen ähnlich. Wenn aber die Autowerkstatt die Räume bekäme, wäre der OA raus.

Seit die Feuerwehr nicht mehr die Räume nutzt, ist erst mal der Ortsausschuss zuständig. Der Löschzug habe zuletzt nur noch aus wenigen Mitgliedern bestanden, sagt Euskirchen. Die meisten seien jetzt bei anderen Einheiten, etwa in Duisdorf und Buschdorf. Außerdem haben sie den Verein der Freunde und Förderer des Feuerwehrwesens in Lessenich gegründet. "Es tut schon weh, wenn die Feuerwehr nicht mehr da ist."

Sie fällt fürs Ortsgeschehen jetzt zum Beispiel als Karnevalszugbegleitung aus, außerdem haben die Mitglieder für den Martinszug gesammelt. "Man sah, was die Freiwillige Feuerwehr uns abgenommen hat", meint Euskirchen. "Für die Feuerwehr ist es traurig, dass sie weg ist, aber für uns war es ein Glücksfall", sagt er. Jetzt müssten Politik und Verwaltung entscheiden, was mit den Räumen zu geschehen hat.

Derweil hat der Ortsausschuss viel zu tun: Schimmel muss entfernt werden, man muss Löcher in den Wänden schließen, bevor man sie anstreichen kann. Die Toilette im Keller wurde schon wiederhergerichtet. "Die Handwerker im Ort steuern viel bei", so Euskirchen. "Das ist das Schöne, der Zusammenhalt."