Osteraktionen in Duisdorf und Medinghoven: Waldfreunde und Schützen werben um neue Mitglieder

Osteraktionen in Duisdorf und Medinghoven : Waldfreunde und Schützen werben um neue Mitglieder

Die Waldfreunde Sankt Hubertus und die Sankt Hubertus Schützenbruderschaft Duisdorf wollten mit verschiedenen Osteraktionen neue Mitglieder gewinnen.

Den Blick aufmerksam auf den Waldboden gerichtet, laufen die Kinder zwischen den Bäumen entlang. 120 Osterhasen und 500 Ostereier hatten die Mitglieder der Waldfreunde Sankt Hubertus für die kleinen Teilnehmer der Osterwanderung versteckt. Nach der Tour durch das Derletal zum Grillplatz im Wesselheideweg, durften die Gäste am Ostermontag hinter dem Grillplatz auf die Suche gehen. „Wenn Hasen übrig bleiben, spenden wir sie an das Kinderheim in Beuel“, erklärte Bruno Schmidt, Vorsitzender der Waldfreunde Sankt Hubertus. Zuvor hatte die Teilnehmer der Osterhase in Form eines Stoffhasen bei der Wanderung durch den Wald begleitet. Das Osterfest des Vereins hat bereits seit der Gründung 1926 Tradition. „Für uns gehört es wirklich fest dazu“, sagte Schmidt. Möglicherweise habe das Fest nur in den Kriegsjahren einmal ausfallen müssen.

An diesem Montag haben viele Familien die Tour zum Grillplatz mitgemacht. „Wir waren etwa 60 Leute“ schätzte Schmidt. Auf dem Weg hatte er den Kindern auch ein Stück Naturkunde vermittelt und die blühenden Buschwindröschen gezeigt. „Bei so einem Wetter macht es natürlich besonders viel Spaß“, freute sich Schmidt.

"Es geht ums Überleben des Vereins"

Hintergrund der Osterveranstaltung ist es aber auch, neue Mitglieder zu begeistern: „Es geht ums Überleben des Vereins“, so Schmidt. Ihm sei es wichtig, dass das ehrenamtliche Engagement für den Wald weitergehe. Der Verein kümmere sich um freie Wege und Sturmschäden im Hardtbergwald, aber auch Vogelschutz und verschiedene Wanderungen stünden auf dem Programm. Aktuell zählt der Verein 169 Mitglieder. „Das Problem ist der hohe Altersdurchschnitt von 60 Jahren“, sagte der Vorsitzende. Mit neuen Angeboten speziell für Kinder, wie kurze Wanderungen oder der Waldolympiade, versuchen die Waldfreunde den Spaß am Wald aufzuzeigen und weiterzugeben.

Quer durch den Wald wartete bereits die nächste Osterattraktion. Der Schützenverein Sankt Hubertus hat mit den Waldfreunden nicht nur denselben Namenspatron, sondern auch viele gemeinsame Mitglieder. Der Vorsitzende und neue Brudermeister Volker Stahl ist beispielsweise auch Mitglied der Waldfreunde. „Wir sind eng miteinander verbunden“, sagte Stahl.

Werbung für neue Mitglieder

Auch der Schützenverein warb am Ostermontag um neue Mitglieder. „Ein großer Rückschritt war, dass sich kein jüngerer Brudermeister gefunden hat“, beklagte Stahl. Am 9. März hatte der 68-Jährige die Nachfolge angetreten. „Wir haben sehr wenige Mitglieder die zwischen 30 und 50 Jahre alt sind“, erklärte der Brudermeister. Derzeit zählt der Verein 70 Mitglieder, von denen 40 auch aktiv den Schießsport betreiben. „Der Aufwind der Sportschützen in Deutschland ist an uns vorbeigegangen“, so Stahl.

Dennoch erfreute sich das Osterschießen großer Beliebtheit. Geschossen werden durfte mit einem Luftgewehr, stehend aufgelegt, auf den zehn Meter langen Bahnen des Vereins. Die Treffer wurden unmittelbar nach dem Schuss elektronisch angezeigt. Jeder Treffer ins „Schwarze“, also in einen Kreis mit einem Durchmesser von drei Zentimetern, bedeutete einen Gewinn. Zusätzlich konnte auch mit der kleinkalibrigen Pistole auf einer 25 Meter langen Bahn geschossen werden. „Man muss mindestens 16 Jahre alt sein, Hörschutz tragen und darf die Waffe nur geradeaus auf die Zielscheibe richten“, erklärte Karl-Hans Kuhn. Der Kurzwaffenwart ist bereits seit 40 Jahren Mitglied der Hubertusschützen. „Beim Osterschießen sind es meist die Mädchen, die zum ersten Mal schießen“, so Kuhn. „Die Mädchen schießen auch besonders gut“, betonte der erfahrene Schütze.

Sechs Monate Probezeit

Nur etwa zehn Frauen schießen im Verein. „Dabei ist es schon sehr lange nicht mehr so, dass nur Männer Mitglieder werden dürfen“, erklärte Stahl. Prinzipiell könne jeder Mitglied in dem Schützenverein werden. „Nach sechs Monaten Probezeit bestimmt die Mitgliederversammlung, ob der Anwärter oder die Anwärterin aufgenommen wird“, erklärt der Vorsitzende. Der Einstieg in den Sport werde durch Vereinswaffen noch erleichtert. „Später ergibt es schon Sinn, sich eine eigene Waffe zu zulegen – auch wegen der Ergebnisse, die sich nur mit einer eigenen Waffe erzielen lassen“, so Stahl.

Nach dem Schießen konnten sich die Besucher noch bei Bier, Steak oder einer Bratwurst zusammensetzen. „Das ist das schönste am Verein, diese Geselligkeit, die sich hier immer einstellt“, sagte Brudermeister Stahl.