Kostenexplosion: Wache deutlich teurer als geplant

Kostenexplosion : Wache deutlich teurer als geplant

16 Monate nach der Einweihung der Rettungswache kommt heraus: Die Kosten sind um 650.000 Euro gestiegen.

Diese Nachricht wundert einen nur bedingt und sorgt trotzdem für Verdruss: Die neue Rettungswache am Kirchbüchel in Lengsdorf, die im Sommer 2014 nach gut einjähriger Bauzeit in Betrieb gegangen war, ist deutlich teurer geworden als vorher berechnet. Auf die ursprünglichveranschlagten Kosten von 1,4 Millionen Euro kommen im Nachhinein noch einmal 650.000 Euro hinzu.

Das ist kein Pappenstiel, denn damit verteuerte sich die ganze Sache um beinahe 50 Prozent. Auch kommt das städtische Gebäudemanagement erst jetzt mit der unliebsamen Nachricht heraus. Allerdings scheinen noch ungenutzte Finanztöpfe bei der Stadt vorhanden zu sein, aus denen die Zusatzkosten bestritten werden: Wie mitgeteilt wird, habe man das Geld aus nicht in Anspruch genommenen Finanzmitteln aus dem Vermögensplan 2012/13 abgezweigt. Refinanziert werden die Kosten über die Gebühren für den Rettungsdienst.

Was die Rechtfertigung für den Preisanstieg angeht, werden vielerlei Gründe bemüht:

Kanalbau: So mussten zwei Kanalanschlüsse hergestellt werden, weil in einen Kanal nur Schmutzwasser und den anderen nur Regenwasser eingeleitet werden darf. Das war der teuerste Posten mit Zusatzkosten von 300.000 Euro.

Baufeld: Die Bodenqualität erforderte zusätzliche Aufbesserung sowie Geländeabfangungen und Gründungsmaßnahmen.

Baukonstruktion: Durch Konstruktionsänderungen wegen der statischer Anforderungen wurden Sonderbauteile, andere Aflager und Fugenbleche montiert.

Schlosserarbeiten: Eine nicht geplante Winkelstützmauer wurde errichtet. Außerdem eine Einfriedung, damit Zuschauer der Telekom Baskets später nicht auf dem Grundstück parken. Und die Leute des Rettungsdienstes wollten nachträglich eine bessere Toranlage.

Heizung: Zusätzliche Heizkörper wurden montiert, außerdem ein anderes Heizsystem, das wirtschaftlicher arbeitet.

Elektro: Zusätzliche Leerrohre außen, eine andere Deckenausführung und eine neue Elektroverteilung wurden fällig.

Außenanlagen: Auch hier gab es Zusatzarbeiten, die nicht vorhersehbar gewesen seien: So wurde Pflasterung für die nachträglich geforderte Absturzsicherung verlegt, mit Winkelsteinen wurde die Böschung profiliert und das zusätzliche Einfahrtstor erforderte weitere Leistungen.

Baunebenkosten: Auch hier erfolgte eine Steigerung, weil sie mit 130 000 Euro auf Grundlage der geplanten Ausgaben berechnet wurden. Außerdem hätten durch die Kostensteigerung zusätzliche Ingenieure und Gutachten besorgt werden müssen.