Haus der Natur in Bonn: Viele Besucher bei der Waldweihnacht auf der Waldau

Haus der Natur in Bonn : Viele Besucher bei der Waldweihnacht auf der Waldau

Märchenstunde bei den Wölfen: Viele Kinder besuchen die erste Waldweihnacht im Haus der Natur. Spielerisch lernen sie Wichtiges über Baum und Strauch.

Welche Frösche machen welche Geräusche? Wie vermehren sich Regenwürmer,  und wie sieht ein Pilz unter der Erde aus? Diese Fragen bekommt man im Haus der Natur immer beantwortet.

Aber Weihnachtssterne basteln, Märchen hören und Kerzen ziehen: Das gab es nur am Samstag bei der Waldweihnacht im neu eröffneten Haus. Und das Angebot zog erstaunlich viele Familien an, von denen die meisten vermutlich auch extra deswegen zur Waldau gekommen waren – denn für einen Waldspaziergang bot sich das Wetter nicht so recht an.

Empfangen wurden die Besucher schon vor dem Eingang vom Duft frisch gebackenen Stockbrotes. Draußen trotzten die Kinder Wind und Regen und hielten den Brotteig, den die Friesdorfer Bäckerei Markmann hergestellt hatte, über eine große Feuerschale.

Frisch gestärkt ging es dann nach drinnen, wo Mitarbeiter im Raum der Wölfe-Ausstellung vier Stunden lang beinahe durchgehend Geschichten vorlasen. Im Multifunktionsraum im Obergeschoss konnten die Kinder unter Anleitung basteln und in einem Wachsofen Kerzen ziehen – wenn sie die Geduld dafür aufbrachten.

Man wolle den Besuchern eine schöne Zeit bieten, erklärte Mitarbeiterin Inge Steinmetz. Und außerdem ein bisschen Werbung machen, damit sie wiederkommen und sich mit dem Thema Wald auseinandersetzen. „Wir wollen den Leuten Gelegenheit geben, den Standort in Erinnerung zu behalten.“  Dort wird einmal im Monat ein Tag mit kostenlosen Führungen durch die Ausstellungen geboten, außerdem können sich Schulklassen für kostenlose Besuche anmelden. Die Resonanz sei gut, sagte Steinmetz, es gebe schon Anmeldungen für nächstes Jahr.

Im Lauf des Nachmittags herrschte ein reges Gewimmel in allen Räumen. Die Kinder nutzten die Gelegenheit, die interaktive Ausstellung zu erkunden, Erwachsene amüsierten sich über die kleinen Details in den Wald-Modelllandschaften. „Es war bei der Planung  schwer abzuschätzen, wie die Resonanz wird“, sagte Heike Hückesfeld, Leiterin der städtischen Einrichtung für Umweltbildung. Umso mehr freute sie sich, „dass so viele den Weg zu uns gekommen sind“.

Zu den Besuchern gehörten auch Kathrin Leibfried und ihr dreijähriger Sohn Frederik, dem besonders die Sonderausstellung über die Wölfe gefallen hatte. Er hatte einen Stern aus Stöcken als Weihnachtsdekoration gebastelt. „Ich bin positiv überrascht „vom Haus der Natur“, sagte seine Mutter, „und davon, dass es auch schon für Frederik ein Angebot gibt.“ Auch sie könne dort noch etwas lernen, etwa darüber, wie wichtig der Wald ist und warum man ihn schützen muss.

Auch Jamie (6 Jahre) hatte Sterne gebastelt. Mit seinen Großeltern und seiner großen Schwester Tabea (9 Jahre) war er schon öfter im Haus der Natur, seit es umgebaut wurde und wieder aufgemacht hat. „Wir finden das ganz toll“, sagte sein Opa Adi Klohs. Für den Nachwuchs sei die Ausstellung optimal eingerichtet. „Es ist wichtig, dass sich die Kinder das auf Augenhöhe angucken können.“ Tabea war auch schon im alten Haus vor dem Umbau. „Ich finde das jetzt besser.“ Früher sei es dunkler und enger gewesen. Für den Wald interessiere sie sich sehr. „Wir wohnen direkt an einem.“

Auch im nächsten Jahr wird das Haus an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlose Führungen anbieten. Ab April, kündigte Hückesfeld an, sollen auch Waldexkursionen durchgeführt werden. Ziel soll sein, Tiere und anderes daraus mitzubringen, die dann im Haus der Natur erklärt werden können.

Infos auf www.bonn.de