7700 Quadratmeter großes Areal: Vebowag baut 118 Wohnungen in Lengsdorf

7700 Quadratmeter großes Areal : Vebowag baut 118 Wohnungen in Lengsdorf

Im Loch an der Villemombler Straße in Lengsdorf entsteht derzeit die Bodenplatte für 118 neue Wohnungen. Dort werden Einheiten von der Zwei-Zimmer-Singlewohnung bis zur Sechs-Zimmer-Wohnung mit eigenem Garten gebaut.

Das frühere Hochhaus des Landesbetriebs Straßen NRW an der Villemombler Straße ist seit eineinhalb Jahren verschwunden, jetzt geht es an den Neubau. Die Baugenehmigung und der Fördermittelbescheid liegen auf dem Tisch, berichtet Michael Kleine-Hartlage, der als Vorstand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag der Bauherr ist. Die Baugrube ist ausgeschachtet, und die Bodenplatte wird derzeit gegossen.

118 neue Wohnungen werden hier entstehen, davon 65 Wohnungen für Ältere. „Jetzt geht es Schlag auf Schlag“, sagt Kleine-Hartlage. „Der Rohbau ist ausgeschrieben und der Auftrag vergeben.“ Die Bauarbeiten in den unterschiedlichen Abschnitten werden bis 2020 dauern.

Auf dem 7700 Quadratmeter großen Areal wird ein Komplex aus vier miteinander verbundenen Gebäudeteilen entstehen. Gebäude A wird über vier Vollgeschosse, ein zurückgesetztes Staffelgeschoss und aufgrund des Geländegefälles eine in Teilen ebenerdig zugängliche Souterrainebene verfügen; die anderen drei Gebäude haben drei Vollgeschosse und ein ebenfalls zurückgesetztes Staffelgeschoss. Das Gebäude A wird aufgrund des zurückgesetzten Staffelgeschosses etwas kleiner als das frühere Bürohaus wirken, erläuterte Architekt Martin Schrennen aus Köln, als er 2016 das Projekt vorstellte. Eigentlich hatte die Vebowag aber schon 2017 mit dem Baubeginn gerechnet.

Gruppenwohnungen für Senioren

Das Areal in Lengsdorf war zuletzt im Oktober in den Schlagzeilen. Bei Bauarbeiten mit schwerem Gerät, um Pfähle in den Boden zu rammen, war eine Hauptleitung getroffen worden, aus der dann stundenlang Gas ausströmte. Das Areal wurde in der Folge großräumig abgesperrt, es bestand Explosionsgefahr.

Architekt Schrennen sieht in den Neubauten einen Wohnungsmix von der Zwei-Zimmer-Singlewohnung bis zur Sechs-Zimmer-Wohnung mit eigenem Gartenanteil für kinderreiche Familien vor, ergänzt durch Gruppenwohnungen für Senioren, Personen mit Betreuungsbedarf oder Studenten. Die Wohnungsgrößen variieren von 42 bis 127 Quadratmeter, bei den Gruppenwohnungen von 112 bis 145 Quadratmeter. Ein Gemeinschaftsraum sowie Räume für Betreuungspersonal sind ebenfalls vorgesehen. Ziel ist es, insbesondere für ältere Menschen ein hohes Maß an individuellen Bausteinen für Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die Besonderheiten dieses Wohnprojekts liegen im Konzept „Wohnen mit Versorgungssicherheit“: Das rechte und höchste der vier Gebäude soll als Haus für Senioren ausgelegt sein, der Innenhof könnte ein „Demenzgarten“ mit Hochbeeten werden. Es wird einen Sozialdienst im Block A geben, der ein Basisangebot anbietet.

51 Parkplätze in der Tiefgarage

Das Konzept berücksichtigt autofreies Wohnen: Unmittelbar am Grundstück befindet sich eine Bushaltestelle. Für die 118 Wohnungen gibt es 51 Parkplätze in der Tiefgarage, von der aus alle vier Blöcke zugänglich sind, und 15 Außenstellplätze. Zwei Parkplätze sind für Car-Sharing reserviert, es wird Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes geben sowie separate Plätze für Kurzzeitparken. Im Kellergeschoss, an den Hauseingängen und Wegen sind rund 224 überdachte Fahrradstellplätze geplant. Die innere Erschließungsstraße (z.B. für Feuerwehr) wird durch eine Schranke gesichert. Die Vebowag rechnet für das Projekt mit Baukosten von 16 Millionen Euro (ohne Grundstückskauf).

Die Vebowag hat im Bonner Stadtgebiet weitere 300 bis 400 Wohneinheiten in der Planung. „Die Planungsphasen könnten zügiger laufen, wenn die Ablaufprozesse in Verwaltung und Politik gestrafft und die Verwaltung damit schneller genehmigen könnte“, sagt Kleine-Hartlage. „Immer wenn wir uns mit einem Neubau an der Nachbarbebauung orientieren dürfen, geht es vergleichsweise schnell. Aber die Prozessabläufe und Verwaltungsvorgaben bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen strapazieren unsere Nerven schon erheblich.“

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