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Fahrradständer an der Helmholtzstraße: Unbekannter reißt Pflanze an Duisdorfer Haltestelle aus dem Boden

Fahrradständer an der Helmholtzstraße : Unbekannter reißt Pflanze an Duisdorfer Haltestelle aus dem Boden

Unkraut und Graffiti an der Haltestelle Helmholtzstraße in Bonn-Duisdorf haben eine Diskussion im Netz ausgelöst. Zuvor hatte ein Unbekannter einen Busch aus dem Boden gerissen. Offenbar hatte er sich an dem Wau gestört.

Der Tathergang lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Die Spuren am Tatort deuten darauf hin, dass der Täter wohl einfach irgendwann genug von dem Busch hatte. Dieser liegt neben den Fahrradständern an der Haltestelle Helmholtzstraße. Die Wurzeln hat der Täter gleich mit herausgezogen. Wer auch immer es auf den Busch abgesehen hatte, wollte ihm wohl den Garaus machen. In den Tagen davor hatte sich auf Facebook eine Diskussion über die Pflanze entwickelt. Eine Nutzerin hatte ein Foto des Fahrradständers und der dazwischen wuchernden Pflanze gepostet – nebst traurigem Smiley. Mehr als 70 Antworten erhielt sie darauf.

„Bild machen und hochladen, dauert länger als das Unkraut rauszureißen“, kommentierte ein Nutzer. Weitere Reaktionen reichen von „Wen‘s stört: Handschuhe an und rausrupfen. Wobei es mir ums Pflänzchen schade wäre“ über „Das bisschen ‚Unkraut‘ ist aber doch wirklich halb so wild.“ bis „Tolle Pflanze, vielleicht kann man den Fahrradständer umplatzieren?“. Auch die Frage, was es überhaupt für eine Pflanze sei, wird in diesem Zusammenhang aufgeworfen.

Bei der Identifikation kann Monika Hachtel helfen. Allerdings kann die stellvertretende Leiterin der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft nicht für letzte Gewissheit sorgen. „Das ist ein Wau, vermutlich der Färberwau“, schreibt sie in einer E-Mail. In der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist dazu zu lesen: „Der Färber-Wau, auch Färber-Resede, Echter Wau, Gelb- oder Gilbkraut genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Resedagewächse. Sie ist ursprünglich in Westasien und im Mittelmeerraum beheimatet und gilt in weiten Gebieten Europas als alteingebürgert. Es handelt sich um eine alte Färberpflanze.“

In der Diskussion im Netz wird auch die Frage aufgeworfen, wer denn nun für die Pflege des Fahrradständers und des Unterstandes zuständig sei, der die Fahrräder vor Regen schützt? Weder Stadt noch Deutsche Bahn konnten hier bisher Licht ins Dunkle bringen. Die Online-Debatte dreht sich zudem um die Graffiti, die jemand auf den Unterstand aufgebracht hat.

Bei der Besichtigung des Tatorts kommt ein altes Ehepaar vorbei, das sich keinen Reim auf die Bedeutung der Graffiti machen kann. Unter anderem ist der Schriftzug „Friends not Food“ (Freunde kein Essen) neben einem Schweinekopf zu lesen. Zudem hat jemand „I like buts“ dort hingeschrieben. Hier kann nur spekuliert werden, ob „Butts“ (aus dem Englichen für Hintern) gemeint sind, wie sie der amerikanische Rapper Sir Mix-a-Lot sie in seinem Song „Baby Got Back“ würdigt. Oder geht es hier vielmehr um „buds“ also Knospen – und ein Befürworter des wild wuchernden Wuchses wollte hier ein Zeichen setzen? Zumindest eine Person würde dem Fäber-Wau in diesem Fall wohl nachtrauern.