Müllsammelaktion in Medinghoven: Unbekannte werfen Moped in Wald

Müllsammelaktion in Medinghoven : Unbekannte werfen Moped in Wald

Da hatte es sich jemand leicht gemacht: Statt sein altes Moped sachgerecht auf dem Schrottplatz zu entsorgen, hatte er das Ganze einfach auseinandergebaut und am Parkplatz Ecke Derlestraße und Wesselheideweg ins Gebüsch geworfen, samt Kfz-Zeichen.

Bei der alljährlichen Müllsammelaktion der Sankt Hubertus Waldfreunde rund um ihren Grillplatz war das Moped der große Fund, den die Familie von CDU-Ratsherr Bert Moll machte.

Das war schon das Spektakulärste in diesem Jahr. Keine alte Herdplatte, keine DVD-Sammlung, auch kein Karton voller Erotikheftchen – das alles gab es früher schon mal. Auch keine Handtaschen und Geldbeutel – um die Wertsachen erleichtertes und weggeworfenes Diebesgut – wurden gefunden, dafür eine Partyfackel, ein Turnschuh und ein komplettes Set alter Badezimmerfliesen. Und natürlich jede Menge Verpackungsmüll.

„Heute ist alles nur noch Wegwerfgesellschaft“, kommentierte Lambert Berg vom Stiefelclub brummelnd. Schnell war das Gespräch nach der Sammlung bei der Jugend von heute angelangt. „Da fehlt die Ordnung, von zu Hause aus.“ Die Jugend von heute wird allerdings keine Fliesen und kein Moped in den Wald geworfen haben. Immerhin habe bei Getränkedosen ein Erkenntnisprozess eingesetzt. „Seit man dafür 25 Cent Pfand wiederbekommt, werfen die Leute weniger weg.“

Mit den Großeltern unterwegs

Stattdessen hatten einige Teilnehmer mehrere Pfand- und einen ganzen Haufen Wodkaflaschen gefunden, alle an einem Fleck. Und Antonie (6) und ihre Schwester Lucia (5), die bei schönstem Herbstwetter mit ihren Großeltern unterwegs waren, zupften mit ihren Zangen mehrere Flachmänner aus dem Gebüsch. Die beiden hatten Spaß an diesem Waldspaziergang mit Zusatzaufgabe, verkündeten den Fund jedes noch so kleinen Bonbonpapiers und jeder leeren Zigarettenpackung. Mehrere Tütchen mit Hundekot wanderten ebenfalls in die orangen Mülltüten, darüber konnten die Großeltern Ursula und Wolfhard Krebs nur den Kopf schütteln – man stecke den Kot doch in die Tüten, damit man sie mitnehmen und im Mülleimer entsorgen könne.

Nach anderthalb Stunden versammelten sich die Helfer wieder an der Grillhütte, von der sie aufgebrochen waren. 24 waren es zu Beginn gewesen, darunter neben Waldfreunden, Stiefelbrüdern und Familien auch ein paar Hubertusschützen. Zwischenzeitlich kamen noch ein paar dazu, der Vorsitzende der Waldfreunde, Bruno Schmidt, war zufrieden. Lambert Berg nicht, es seien früher mehr Helfer gekommen. „Wird alles weniger“, brummte er. „Das Wir-Gefühl ist nicht mehr da.“

Im Wald selbst, stellte er fest, liege immerhin inzwischen kaum noch etwas herum. Das meiste fanden die Helfer an den Straßen, vor allem vor der Schranke zum Malteser-Krankenhaus und am Wesselheideweg zwischen Restaurant Zur Tränke und dem Hundeübungsplatz. Am diesem Montag holt Bonnorange den gesammelten Müll ab.