Tiefbauamt veranschlagt drei Monate für die Bauarbeiten

Drei Monate für Bauarbeiten geplant : Stadt Bonn lässt Lingsgasse verbreitern

Die Stadt will die Lingsgasse verbreitern lassen. Tiefbauamt veranschlagt drei Monate für die Bauarbeiten. Um die Planung zu erläutern, lädt die Verwaltung zu einer Bürgerversammlung ins Vereinshaus Lengsdorf ein.

Rund zwei Jahrzehnte ist es her, dass die Verbreiterung der Lingsgasse in Lengsdorf zum Diskussionsstoff der Kommunalpolitik wurde. Nun sieht es so aus, als könnten die Bauarbeiten an der Straße in diesem Jahr beginnen. Wie die Stadt mitteilte, hat sie für kommenden Dienstag, 21. Januar, die lang ersehnte Bürgerversammlung terminiert. Interessierte Bürger sind dazu ab 18 Uhr ins Vereinshaus, Im Mühlenbach 14-18, eingeladen. Ein konkreter Baubeginn könne allerdings frühestens vier Monate nach einem politischen Beschluss beginnen, sagte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann.

Weiter teilte das Tiefbauamt mit, dass während der dreimonatigen Bauzeit die Gasse voll gesperrt werden müsse. „Eine 4,75 Meter breite Fahrbahn lässt aus Gründen der Arbeitssicherheit keine andere Bauweise zu“, erklärte Hoffmann. Aus diesem Grund seien Absprachen mit den Stadtwerken Bus und Bahn zu treffen, wo die Busse ersatzweise entlangfahren können. Um die Auswirkungen durch die Einschränkung des Nahverkehrs gering zu halten, werde überlegt, die Ferienzeiten zu nutzen.

Dass die Straße ein Nadelöhr für Autofahrer, aber auch für die breiten Busse des öffentlichen Nahverkehrs ist, bestreitet eigentlich keiner in den Reihen von Verwaltung und Politik. Mit dem Ausbau auf eine Breite von insgesamt 11,50 Meter will man den Durchfluss verbessern und das Aneinandervorbeikommen erleichtern. Auch sollen die Straßenbauer einen zusätzlichen Gehweg zum bestehenden installieren, damit die Fußgänger künftig zwei Gehwege von jeweils 2,50 Meter Breite nutzen können. Davon verspricht sich die Stadt mehr Verkehrssicherheit. Die Kommunalpolitiker im Stadtbezirk Hardtberg betonen in diesem Zusammenhang stets, dass die Lingsgasse für viele Lengsdorfer Kinder auf dem Schulweg liegt. Die Kostenprognose laut Beschlussvorlage: 180 000 Euro.

Die schmale Straße zwischen Lengsdorfer Hauptstraße und Im Mühlenbach taugt zum Sinnbild dafür, wie komplex eine Baustelle sein kann. Die Stadt musste ein Grundstück an einer Böschung kaufen, auch um bei einem Ausbau die nötige Statik mit einer Stützmauer zu gewährleisten. Da ein Investor, die Hüntenhof GbR, den Bau von Wohnungen und eine Tiefgarage südlich von der Lingsgasse plante, kam die Idee auf, mit dem Bauherrn zu verhandeln und die Garage so zu bauen, dass die äußere Wand als Stützmauer dienen kann. Die Verhandlungen waren nicht einfach, weil der Bauherr massiver bauen wollte, als es die Verwaltung für verträglich hielt.

Im November 2018 meldeten sowohl Stadt als auch Investor einen Kompromiss mit einer überarbeiteten, weniger wuchtigen Bebauung mit fünf Wohnungen und einer Tiefgarage gefunden zu haben. Wie Hoffmann nun erläuterte, sei am vergangenen 13. November ein Bauantrag bei der Stadt eingegangen: „Die Genehmigung steht noch aus. Es ist eine Tiefgarage geplant, die gleichzeitig die Stützmauer zur Straße bilden soll“, so Marc Hoffmann.

Mit der Einigung stellte der Bauherr auch seinen formulierten Anspruch zurück, möglicherweise auf ein früheres Wegerecht über den Lengsdorfer Dorfplatz zu pochen.

Erfreut von der terminierten Bürgerversammlung zeigten sich sowohl CDU als auch SPD. Bert Moll (CDU) erklärte: „Mit dem Ausbau soll auch die Bushaltestelle Lengsdorf Kirche an die Lingsgasse verlegt werden und in Höhe der VR-Bank sollte an der stadtauswärts gelegenen Haltestelle ebenfalls ein Wartehäuschen vorgesehen werden.“ Moll und auch Dominik Loosen (SPD) geben zu bedenken, dass während der Vollsperrung nicht nur über die Umleitungen für die Busse, sondern auch die Rettungswege nachgedacht werden müsste. Unterhalb der Lingsgasse liegt die Freiwillige Feuerwehr.

Die Bürgerversammlung findet am Dienstag, 21. Januar, statt. Bürger sind um 18 Uhr ins Vereinshaus, Im Mühlenbach 14-18, eingeladen