Folgenschwere Suche nach der Identität: Theaterabend im Helmholtz-Gymnasium in Duisdorf

Folgenschwere Suche nach der Identität : Theaterabend im Helmholtz-Gymnasium in Duisdorf

Literaturkurse des Helmholtz-Gymnasiums bieten einen dramatischen Theaterabend mit zwei Stücken an: "Desperado" und "Das Experiment" werden an diesem Donnerstag aufgeführt.

Ihr zuerst oder wir? Bis zuletzt sind sich die Schüler der beiden Literaturkurse des Helmholtz-Gymnasiums nicht einig, wer am Donnerstagabend mit seinem Stück den Anfang macht. Den Zuschauern kann es egal sein: Sie erleben einen durchweg spannenden Theaterabend mit hohem Konfliktpotenzial und überraschenden Wendungen. Dass es besonders hoch hergeht, haben sie den Q1-Oberstufenschülern selbst zu verdanken, die ihren Aufführungen unter dem Oberthema „Who am I?“ („Wer bin ich“) den letzten Schliff verpasst haben.

Jeweils rund 45 Minuten nehmen sich die Gymnasiasten Zeit, um die Zuschauer mit menschlichen Abgründen bekannt zu machen. Da ist zum einen das Stück „Desperado“, für dessen Auswahl der erste Kurs unter Leitung von Nicole Grieser sich viel Zeit genommen hat. Im Mittelpunkt steht der Zehntklässler Mike, der Motorräder liebt, aber an seiner Schule zu den Außenseitern gehört. „Er wird runtergemacht“, sagt Linus Altan – „von mir“, denn der 17-Jährige spielt Geier, der den Klassenkameraden ständig mobbt. So sucht Mike Anschluss bei rechtsextremen Jugendlichen – den Desperados – und verliebt sich dort. Das Glück währt nicht lang, als er einen für ihn folgenschweren Fehler macht.

Anpassen der Sprache durch die Schüler

„Das Stück wird immer wieder unterbrochen durch Aussagen vor Gericht“, sagt Linus zu den Zeitsprüngen auf der Bühne. „Wir durften beim Stück viel anpassen, damit uns alles gefällt.“ Das hieß auch, die Sprache „auf den neuesten Stand zu bringen“. Ähnlich hat in den vergangenen Monaten auch der Kurs von Karolin von Leoprechting an „Das Experiment“ gearbeitet. Der Ehrgeiz ist groß, denn schließlich gibt's hinterher auch noch eine Note, die fürs Abitur zählt. Selbst vom Hitzefrei der Mitschüler ließen sich die beiden Klassen nicht abschrecken und schwitzten beim Proben. „Im Frühjahr gab es sogar gemeinsame Probentage mit Übernachtung“, sagt die Lehrerin.

Mit einem selbst gedrehten Videoclip beginnt das zweite Stück, als 13 Jugendliche von dubiosen Wissenschaftlern gekidnappt werden und in eine Lagerhalle verschleppt werden. Die Drei in ihren weißen Kitteln wollen herausfinden, was passiert, wenn sich ein Mensch in seinen Leistungen verbessert. Das Fatale: Ein leuchtendes Armband zeigt den Erfolg mit bestimmten Farben an. In der Schülergruppe wächst der Neid, das Experiment läuft aus dem Ruder. Völlig.

„Ich bin die Moralistin unter den Wissenschaftlern“, sagt Alina Duhme (17). „Es war für mich leicht, mich in die Rolle hineinzufühlen.“ Mit der Zeit hätten sich alle mit dem Stück immer mehr angefreundet und freuen sich nun auf die Aufführung. In der Pause am Mittwoch soll sich nun entscheiden, wer zuerst auftreten darf: Dann werfen die beiden Kurse vor dem Lehrerzimmer eine Münze.

Aufführung ist am Donnerstag, 29. Juni, ab 19 Uhr in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums, Helmholtzstraße 18, in Duisdorf. Der Eintritt zu der Aufführung ist frei, um Spenden wird gebeten.