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Feuerwehreinsatz in Duisdorfer Ärztehaus: Stinkende Peressigsäure läuft aus

Feuerwehreinsatz in Duisdorfer Ärztehaus : Stinkende Peressigsäure läuft aus

Ein mit Peressigsäure aufgeweichter Karton war am Montag Anlass für einen Feuerwehreinsatz im Ärztehaus am Burgweiher.

Die Alarmierung erfolgte um 12.13 Uhr, als ein Mitarbeiter einer Praxis im Lager einen scharf stechenden Geruch feststellte und die Wehr alarmierte. Die kam mit einem ABC-Erkunder und einem Löschfahrzeug. Auch Polizei und Ordnungsamt waren vor Ort. Die angrenzenden Praxen wurden sicherheitshalber geräumt, teilte Einsatzleiter Horst Neffgen auf Anfrage mit. Hochkonzentriert könne Peressigsäure beim Einatmen zu Lungenschäden führen.

Erkundung der Lage in Schutzanzügen

So wurde der Kellerraum in Schutzanzügen erkundet. In einem Karton mit dem zur Desinfektion vorgesehenen Mittel war wohl eine Flasche undicht. Die Helfer schauten allerdings gar nicht erst rein, sondern verpackten alles luftdicht in einen Behälter und versiegelten ihn. Eine Spezialfirma wird ihn am Dienstag abholen. Eine Person wurde verletzt, gab eine Reizung der Atemwege an, so Neffgen. Einsatzende war um 15 Uhr.

Peter Piel, Inhaber der Apotheke am Burgweiher, ärgerte sich, weil auch sein Geschäft geschlossen wurde. „Essigsäure ist eine stinkige Angelegenheit, aber nach meinem Kenntnisstand nicht giftig“, so der studierte Chemiker, der den Einsatz für überzogen hielt. Außerdem hätten ja auch auf der Straße viele die Helfer beobachtet. Laut Feuerwehr wurde, wie bei ähnlichen Vorfällen mit Reizungen auch, ein festgelegtes Schema angewendet: Räumung, Sicherung und Lüftung. Schon allein deshalb, weil sich in Peressigsäure Chlor und Ammoniak befänden.

Peressigsäure gilt als ein besonders wirkungsvolles Desinfektionsmittel, das schon in geringer Konzentration gegen Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten eingesetzt wird.