Planungsstelle nicht besetzt: Stillstand bei Verkehrsplanung in Bonn-Hardtberg

Planungsstelle nicht besetzt : Stillstand bei Verkehrsplanung in Bonn-Hardtberg

Politiker kritisieren, dass eine Stelle für Hardtberg im Planungsamt nicht besetzt ist. Es geht dabei um den einzigen Verkehrsplaner für den Stadtbezirk.

Nach Einschätzung der SPD stecken wichtige Verkehrsprojekte auf dem Hardtberg im Bearbeitungsstau. Wie berichtet, hatte die Verwaltung den Planungsausschuss im vergangenen Herbst darüber informiert, dass die für Hardtberg zuständige Planerin vorübergehend abgezogen wird. Als Grund nannte sie die dringend erforderliche Überarbeitung von Förderanträgen für Radschnellrouten innerhalb des Projekts „Emissionsfreie Innenstadt“ sowie für Mobilstationen.

Die Bezirksregierung Köln hatte damals die ursprünglichen Entwürfe beanstandet. Der Verkehrsplanerin Hardtberg wurde daraufhin die Aufgabe übertragen, die Nachforderungen einzuarbeiten.

Als zeitliches Limit gab die Verwaltung das Ende des ersten Quartals, also Ende April an. Bei der Ankündigung im Herbst erntete die Verwaltung durch die Bank Kritik. Er habe zwar Verständnis dafür, dass die Stadt in Verkehrsangelegenheiten viel zu tun habe, „aber es ist das erste Mal, dass die Belange des Stadtbezirks hinten anstehen“, beklagte der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Bert Moll.

„Die Liste der unerledigten Themen ist sehr lang, wir warten teilweise seit Jahren auf Antworten der Stadtverwaltung“, kritisiert die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Gabi Mayer zum wiederholte Mal.

„Der Hardtberg soll nun wieder ordentlich betreut werden“, so die Forderung. Erwartet werden beispielsweise Vorschläge, wie die schwierige Verkehrssituation in der Ulrich-von-Hassell-Straße und im Blumenviertel entzerrt werden könnte. Durch die Neubaugebiete im Duisdorfer Oberdorf, in der Grünen Mitte, auf dem ehemaligen Gelände Steinbach & Schäfer sowie auf dem Areal der früheren Gallwitz-Kaserne wird auch das Verkehrsaufkommen weiter zunehmen.

SPD fordert besseren Fahrradverkehr

Damit verbunden seien „erhebliche Parkplatzprobleme“ im Duisdorfer Zentrum zu erwarten, so Mayer. Die Pläne für die Straße Am Burgweiher seien wieder in der Schublade verschwunden, nachdem der Investor abgesprungen war. Das Konzept sah vor, der Straße mit dem Bau des Burgweiher-Carrés auf dem Parkplatz gegenüber der Feuerwehr eine völlig neue Anmutung zu geben. Dazu sollte sie drei Kreisverkehre, an der Bahnhof-, der Derlestraße sowie am Rathaus Hardtberg, bekommen. Geplant waren außerdem verbesserte Fuß- und Radwege.

„Der Fahrradverkehr auf dem Hardtberg muss ohnehin verbessert werden“, so die SPD. Das Fahrradverleihsystem funktioniere bisher nicht zufriedenstellend. Die Verleihstationen in Duisdorf und auf dem Brüser Berg seien meistens leer.

Die Verwaltung hat nun eine Beschlussvorlage vorbereitet: Die Bedarfsampel für Fußgänger auf Höhe der Haltestelle „An der Burg Medinghoven“ kann demnach aufgestellt werden. Sie soll auch die dort geplante Kindertagesstätte richtung Medinghoven anbinden. Nach einer Prüfung ist das Fachamt zur Einschätzung gelangt, „dass die Fußgängerbrücke über den Konrad-Adenauer-Damm den Anforderungen an eine Barrierefreiheit nicht genügt.

Eine Verbesserung der Brücke scheidet aus.“ So sei beispielsweise das Gefälle der Rampen zu stark. Der Anpassung des Bauwerks seien aber konstruktive Grenzen gesetzt. Wenn die Brücke im Idealfall barrierefrei gestaltet werden könnte, entstünden Kosten von rund 350.000 Euro, so die Verwaltung.

Die Ausgaben für eine Fußgängerampel an der Burg Medinghoven würden sich auf 20.000 Euro belaufen. Hinzu kommen dann 25.000 Euro für ergänzende Bauarbeiten: Bordsteinabsenkung, Veränderung des Gehwegs, taktile Elemente und Markierung.

Im Detail werden der Planungsausschuss am Mittwoch, 26. Juni, und die Bezirksvertretung Hardtberg am Dienstag, 9. Juli, über den Vorschlag der Verwaltung diskutieren.

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