81 Aussteller in Bonn: Stadtbezirksfest Hardtberg schafft Neuanfang

81 Aussteller in Bonn : Stadtbezirksfest Hardtberg schafft Neuanfang

Das erste Stadtbezirksfest wird in Kombination mit der 35. Gewerbeschau gefeiert. 81 Aussteller, 13 Vereine und Programm auf drei Bühnen locken Besucher an. Bei bestem Wetter nehmen sich die Besucher viel Zeit für einen Bummel durch die Duisdorfer Fußgängerzone.

So viel Betrieb wie an diesem Sonntag hat es in der Duisdorfer Einkaufszone schon länger nicht gegeben – genauer gesagt seit der letzten Gewerbeschau im Jahr 2017. Nachdem diese für 2018 aus Protest über die zunehmend beschwerlichen Bedingungen für die Durchführung einer solchen Großveranstaltung abgesagt worden war, hatte man eine Neuorientierung in Angriff genommen. „Es ist wichtig, Synergien zu bilden“, sagte Gisbert Weber, Vorsitzender der Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft Hardtberg (WGH), Hauptveranstalter des Festes. Gemeint sei, „dass man versucht, Stadtgesellschaft und Wirtschaft zusammenzubringen“.

Das versucht er schon mit dem Duisdorfer Adventsmarkt, der seit zwei Jahren vom verkaufsoffenen Sonntag begleitet wird. Und auch das erste Stadtbezirksfest, das Weber am Samstag zusammen mit Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand und Stefan Wimmers, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, eröffnete, sollte eine solche Kooperation sein. Der Stadtgesellschaft gehörte dabei der Samstag, den Gewerbetreibenden weitgehend der verkaufsoffene Sonntag.

Von der Bank bis zum Jobcenter sind alle dabei

Zwischen Europaplatz und Derlestraße waren 81 Stände aufgestellt. Alles war dabei, vom Auto- und Fahrradhändler über Banken, Geschäften, Jobcenter und Energieagentur bis zur Gastronomie. Das Bistro Eselchen feierte sein zehnjähriges Bestehen. Man ist zufrieden: „Das ist ja mittlerweile in Duisdorf ein Treffpunkt geworden“, so Constanze Singh, die das Bistro mit ihrem Mann Mahabir Singh betreibt. „Wir haben viele Stammgäste und kennen die meisten mit Namen.“

Sie waren schon am Samstag mit einem Stand auf der Straße präsent. Auch die Rheinland-Studie hatte schon an diesem Tag ihren Stand aufgebaut, um über ihr Angebot zu informieren, und war auch Station der Hardtberg-Rallye. Sie hätte gedacht, dass die Geschäfte und Vereine an beiden Tagen auf der Rochusstraße präsent gewesen wären, so Mitarbeiterin Nüket Cebi.

13 Vereine waren zu finden. Der Turn- und Kraftsportverein bot Bewegungsspiele für Kinder, die Radsportfreunde Übungsfahrten auf Turnierrädern. Das Damenkomitee Blau-Weiß Duisdorf verkaufte Waffeln und Kaffee, der neue Heimatverein verteilte Schnittchen mit Käse in Eselform. Und bei den Waldfreunden, die am Samstag ein laut dem Vorsitzenden Bruno Schmidt leider schwach besuchtes Familienfest auf ihrem Grillplatz ausgerichtet hatten, konnten Kinder Holzstücke sägen und ihr Gewicht schätzen.

„Gelungenes Gesamtkonzept"

Waltraud Rothkegel stellte fest, dass alle Vereine aus Duisdorf kamen. Man habe alle Vereine im Stadtbezirk angeschrieben, erklärte Weber auf Nachfrage. Aus Lengsdorf und vom Brüser Berg seien aber keine gekommen. Die Duisdorfer Feuerwehr hatte auf dem Europaplatz ein Einsatzfahrzeug zum Anfassen und Einsteigen aufgestellt und informierte über Rauchmelder. Auf der dortigen Bühne gab es ein familientaugliches Musikprogramm. Am anderen Ende war ebenfalls eine Bühne, auf der vormittags die New Jazz Cats und nachmittags die Papa Toms Jazz GmbH auf Einladung des Vereins Hardtberg Kultur spielten. Auf der Schickshof-Bühne gab es einen Mix aus Tanz und Musik. Dorthin hatten Steven K. and Friends sowie das gute Wetter schon am Samstagabend viele Menschen gelockt.

Das Angebot sei toll, fand Werner Krips. „Aber einen großen Unterschied zur früheren Gewerbeschau sehe ich nicht.“ Sebastian Meier aus Duisdorf fand, es sei ein bisschen leerer als früher. „Sonst kam man um diese Zeit nur im Schritttempo voran“, meinte er um 14 Uhr. Weber dagegen hatte den Eindruck, es sei voller als früher gewesen – zumindest als 2017. Er war am Nachmittag sehr zufrieden mit dem Verlauf bis dahin. „Wir hatten Glück, dass die Baustellen vorher geräumt waren.“ Platzmäßig ist ihm zufolge noch Luft nach oben: „20 Stände mehr würden wir noch verkraften.“

Für Waltraud Rothkegel war das Gesamtkonzept gelungen, sie lobte die Konzerte und die Silent Party am Samstag und das Angebot am Sonntag. „Es ist ein guter Neuanfang.“ Aber vielleicht könne man überlegen, das Fest künftig nur alle zwei Jahre auszurichten.

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