Bahnübergang Lessenicher Straße: Stadt und Bahn sprechen über Bau eines Gehweges

Bahnübergang Lessenicher Straße : Stadt und Bahn sprechen über Bau eines Gehweges

An diesem Problem haben sich schon viele Duisdorfer Lokalpolitiker aller Parteien die Zähne ausgebissen und es nicht geschafft, die Situation zu verbessern. Die Rede ist von dem Bahnübergang an der Lessenicher Straße, der nur auf einer Seite einen Gehweg hat.

Das mag vielen Passanten ausreichen. Doch seitdem das Neubaugebiet in der Grünen Mitte bezogen ist, nehmen viele Kinder von dort ihren täglichen Weg zur Rochusschule. Und müssten eigentlich die Straßenseite wechseln, um den Bahnübergang gefahrlos überqueren zu können, was die meisten wegen des starken Verkehrs nicht tun. Deshalb huschen sie oft auf ihrer Seite über den Übergang, obwohl sich dort kein Gehweg befindet - gefährliche Situationen sind programmiert.

Nun scheint sich abzuzeichnen, dass eine Verbesserung in Vorbereitung ist. Zumindest gibt es Gespräche zwischen der Stadt Bonn und der Bahn, was beide Seiten bestätigten. "Wir sind an einer einvernehmlichen Lösung mit der Stadt Bonn interessiert", sagte ein Bahnsprecher dem GA. Der Gesprächstermin sei vereinbart worden, um das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit abzustimmen.

Dabei gehe es auch darum, ob der Gehwegbau eine Änderung im Sinne des Eisenbahnkreuzungsgesetzes sei, ergänzte eine Sprecherin des städtischen Presseamtes. Hintergrund dafür ist wohl die Klärung, wer am Ende den Bau des neuen Gehweges am Bahnübergang finanzieren müsse. Die demnächst stattfindenden Arbeiten an der Signaltechnik am Bahnübergang, für die auch neue Kabel an der Strecke verlegt würden, hätten aber mit der Frage des Gehweges nichts zu tun, meinte die Sprecherin.

Um Druck in der Sache zu machen, hatte die örtliche SPD kürzlich ein Bürgergespräch am Bahnübergang veranstaltet und fordert nun, den fehlenden Fußweg schnell zu bauen. Schon während des Richtfests für den Bahnhaltepunkt Helmholtzstraße im vorigen Herbst hatte Wolfgang Groß, Kreisvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und Kandidat für die Bezirksvertretung Hardtberg, mit Vertretern der Bahn darüber gesprochen.

Dabei habe er erfahren, dass Mitte des Jahres ohnehin viele Erdarbeiten - auch am Bahnübergang - wegen ebenjener signaltechnischen Anpassungen durchgeführt werden, so die SPD. Der Bau eines Fußgängerüberweges wäre dann aus bautechnischer Sicht gut möglich. Das Eisenbahnkreuzungsgesetz, so Groß, sähe hier allerdings auch eine Kostenbeteiligung der Stadt Bonn vor.

Damit diese Chance jetzt nicht verpasst wird, hat Gabi Mayer (SPD) bei der Stadtverwaltung angefragt, wie der Stand der Dinge ist. "Zuletzt war zu hören, dass man auf einen Vertragsentwurf der Deutschen Bahn wartet. Details kennen wir nicht." Da der Überweg für die Anwohner und die Schulkinder so wichtig sei, hoffe sie, dass die Chance jetzt nicht versäumt werde.

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