Discgolf-Anlage im Derletal: Stadt Bonn bezahlt fehlendes Frisbee-Gutachten

Discgolf-Anlage im Derletal : Stadt Bonn bezahlt fehlendes Frisbee-Gutachten

Bei der Errichtung einer festen Frisbee-Anlage im Derletal ist die Lösung eines Problems gelungen, das fast die Realisierung der 7000 Euro Anlage verhindert hätte. Ein fehlendes Gutachten bezahlt jetzt die Stadt.

Die Kosten will der Verein Bonnsai Frisbeesport eigentlich zwar selbst aufbringen, für das rund 3000 Euro teure Gutachten, das der Naturschutzbeirat zusätzlich gefordert hatte, ist aber kein Geld mehr in der Vereinsschatulle vorhanden.

Daran soll es aber nicht scheitern, befinden CDU, Grüne und FDP in einem gemeinsamen Antrag, dem der Rat jetzt einstimmig folgte. Ursprünglich wollte sich die Koalition über die vom Naturschutzbeirat verweigerte Befreiung vom Landschaftsschutz hinwegsetzen und eine politisch gewollte Ausnahmegenehmigung bekommen, berichtete Ratsherr Christos Katzidis (CDU): „Die Grünen wollten dies allerdings mit einem Gutachten kombinieren.“

Auf diese Weise stimmte man einerseits der Errichtung der Frisbee-Anlage zu, aber mit der Maßgabe, dass die Finanzierung des besagten Gutachtens von der Stadt Bonn übernommen wird. Dadurch ist gewährleistet, dass das Gutachten in die Entscheidung der Bezirksregierung Köln einfließen kann, die als Höhere Naturschutzbehörde nun das letzte Wort in der Sache hat.

Auch die SPD hatte ihrerseits beantragt, dass die Stadt das Gutachten selbst in Auftrag geben soll. Allerdings zusätzlich noch, dass die Verwaltung gegebenenfalls auch den Bau der Anlage selbst finanziert. Dieser zweite Punkt fand aber keine Zustimmung.

Die SPD hatte argumentiert, dass der Erfolg bei der Bezirksregierung zweifelhaft sei, wenn man kein Gutachten in Auftrag gebe. Und wenn nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Politik den noch jungen Frisbeesport fördern und im Derletal ansiedeln wolle sollte die Stadt mindestens die Gutachterkosten von 3000 Euro übernehmen. Der Aufwand, um die Ausnahme in Köln zu beantragen sowie die Prüfung der Bezirksregierung selbst seien voraussichtlich deutlich höher.

Der Forderung des Naturschutzbeirats, der sich mit knapper 3:2-Mehrheit gegen die landschaftliche Befreiung ausgesprochen hatte, ist mit der Ratsentscheidung jedenfalls Genüge getan. Wie sich nun Ulrike Aufderheide (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), die in der Sitzung des Gremiums die artenschutzrechtliche Untersuchung gefordert hatte, positioniert, weiß man nicht. Sie reagierte nicht auf Versuche einer Kontaktaufnahme seitens des General-Anzeigers.

Für Katzidis hat der Naturschutzbeirat die Notwendigkeit des Gutachtens jedenfalls bisher nicht nachhaltig begründet. Und das insbesondere mit Blick darauf, dass im Derletal bereits jetzt Frisbee gespielt und andere Sportarten betrieben werden.