Neubau gegenüber vom Medinghovener Tüv: Stadt ändert Bebauungsplan für neue Kita

Neubau gegenüber vom Medinghovener Tüv : Stadt ändert Bebauungsplan für neue Kita

Die geplante Kindertagesstätte für acht Gruppen auf einem freien Grundstück zwischen der Burg Medinghoven und dem Konrad-Adenauer-Damm hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Es gibt aber eine Diskussion um alte Fußgängerbrücke über den Adenauer-Damm.

Die geplante Kindertagesstätte für acht Gruppen auf einem freien Grundstück zwischen der Burg Medinghoven und dem Konrad-Adenauer-Damm hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Sowohl der Planungsausschuss als auch die Hardtberger Politiker gaben in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung grünes Licht für die notwenige Änderung des Bebauungsplans. Die bisher als Bolzplatz genutzten Fläche vis à vis der TÜV-Prüfstelle ist sowohl durch den Öffentlichen Personennahverkehr als auch den motorisierten Individualverkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer gut angebunden, hieß es vonseiten der Planer.

Bei weitem zu wenig Kindergartenplätze

In Medinghoven gibt es bei weitem zu wenig Kindergartenplätze, um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab einem Jahr zu erfüllen, hatte die Verwaltung bereits im Herbst im Stadtrat ausgeführt. „Mit Blick auf die im aktuellen Kindergartenbedarfsplan festgeschriebenen Versorgungsziele, den hohen sozialräumlichen Bedarf und um wohnortnah ausreichend Kitaplätze anbieten zu können, ist es erforderlich, in Medinghoven eine Kindertagesstätte zu errichten“, heißt es. Es fehlen zahlreiche Betreuungsplätze für Kinder bis zur Einschulung. Auch in den umliegenden Bezirken ist ein weiterer Ausbau notwendig, da hier ebenso nicht ausreichend Kinderbetreuungsplätze für die wohnortnahe Versorgung zur Verfügung stehen, um bedarfsgerecht im Stadtbezirk Betreuungsplätze anbieten zu können.

Wegen dieser Unterversorgung dann die Änderung des Bebauungsplans im sogenannten beschleunigten Verfahren erfolgen, erklärten die Fachleute der Stadt. Auf eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung könne daher verzichtet werden, weil das Vorhaben aufgrund des Mangels an Kindergartenplätzen dränge und keine unmittelbare Betroffenheit angrenzender Wohngebiete ausgelöst werde.

Problem in der fußläufigen Erreichbarkeit der Kita

Einer, der sich über diesen einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung freute, war SPD-Bezirksfraktionschef Dominik Loosen. „Denn der Bedarf an Kita-Plätzen im gesamten Stadtbezirk ist sehr hoch, die Wartelisten lang und die Bebauung überfällig“, erklärte er. Ein Problem sieht allerdings auch die CDU in der fußläufigen Erreichbarkeit der neuen Kita. „Wie sollen die Kinder und ihre Eltern die Tagesstätte erreichen?“, fragte Ratsherr Bert Moll noch in der Sitzung nach, und sein CDU-Kollege Bernhard Schekira machte klar: „Es darf auf keinen Fall passieren, dass die Leute mit kleinen Kindern einfach über den Konrad-Adenauer-Damm laufen.“

Auch die SPD fordert eine fußläufige Erreichbarkeit der neuen Kita von Medinghoven, da die vorhandene alte Fußgängerbrücke zudem als nicht barrierefrei einzuschätzen sei. Weil die Brücken über den Konrad-Adenauer-Damm (KAD) von den Menschen generell nicht angenommen werden, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Bisher hat die Bonner Stadtverwaltung allerdings nur den Bau der Kita auf der Agenda, und ein Mitarbeiter machte klar, dass eine Ampel oder eine Mittelinsel auf dem KAD nicht Teil des Planverfahrens sei.

Großteil des bisherigen Bolzplatzes fällt weg

Inzwischen besteht der politische Wunsch, das zu ändern, wie SPD-Ratsfrau Gabi Mayer feststellt. „Die Kita kann jetzt offenbar zum Vehikel für eine vernünftige ebenerdige Querung und gute Anbindung von Medinghoven an den übrigen Ortsteil werden“, glaubt sie. „Ob dann auch ein neues Tempolimit kommt und die alten Fußgängerbrücken abgerissen werden, wird man sehen.“ Auch dafür biete die parallel laufende Entwicklungsmaßnahme Hardtberg Möglichkeiten. Mayer sieht das zusammen mit dem Quartiersmanagement in Medinghoven als große Chance, den Ortsteil aus der Isolation durch die vierspurige Straße zu holen.

Wenn der Kindergarten gebaut wird, fällt ein Großteil des bisherigen Bolzplatzes weg, insgesamt eine 4200 Quadratmeter große Fläche. In kleinerer Form soll allerdings ein solcher Platz erhalten bleiben.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hatte dagegen vorgeschlagen, auf einen Bolzplatz zu verzichten und stattdessen eine Streuobstwiese anzulegen. Das hatte die Stadt jedoch abgelehnt.

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