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Helmholtz-Gymnasium: Sportreporter Patrick Wasserziehr zu Besuch in Duisdorf

Helmholtz-Gymnasium : Sportreporter Patrick Wasserziehr zu Besuch in Duisdorf

Der 45-jährige Fernsehmoderator Patrick Wasserziehr besuchte seine alte Schule in Duisdorf und gab den Jugendlichen Einblick in seinen Arbeitsalltag.

"Wer von euch möchte später in die Medien gehen?", fragte Patrick Wasserziehr die Oberstufenschüler des Helmholtz-Gymnasiums. Etwa ein Drittel der Anwesenden hob die Hände.

Einige der Jugendlichen kannten den Gast aus dem Fernsehen: Wasserziehr hat vor 19 Jahren bei Premiere im Sportressort angefangen und moderiert heute mit "Sky 90" seine eigene Sendung. Was sie nicht wussten: Er war früher Schüler am Helmholtz-Gymnasium. Jetzt war der 45-Jährige aus Hamburg in seine Heimatstadt gekommen, um den Jugendlichen seine Arbeit als Sportmoderator vorzustellen und ihre Fragen zu beantworten.

Erst habe er zur Zeitung gehen wollen. So arbeitete er unter anderem für die Vereinszeitschrift des 1. FC Hardtberg, absolvierte Praktika unter anderem bei RTL, war Freier bei der Deutschen Fernsehagentur. Er begann ein Studium in Germanistik und Soziologie, das er aber für eine Karriere als Sportreporter beim 1991 gegründeten Sender Premiere abbrach - eine Entscheidung, die er nie bereut habe.

"Aber so etwas kann auch schiefgehen", warnte er. "Eine Angelegenheit wie einen Studienabbruch sollte man immer mit Freunden, Eltern und vor allem mit sich selber ausmachen." Auch nach 19 Jahren sei das noch sein Traumberuf. "Die Faszination hat nie nachgelassen, Leute wie Franz Beckenbauer zu interviewen", sagte Wasserziehr.

Er berichtete von seinem Arbeitsalltag, erzählte Anekdoten über Begegnungen mit Sportlern und antwortete auf Fragen wie die nach der Konkurrenzsituation unter Moderatoren: "Es gibt natürlich Wettbewerb, aber auf faire Weise." Die Berichterstattung aus dem Stadion mache ihm genauso viel Spaß wie die aus dem Studio, und über seine weitere Karriere mache er sich noch nicht viele Gedanken. "Die vakante Stelle bei 'Wetten, dass...?' wird mir wohl nicht angeboten werden", scherzte er.

Wasserziehrs Besuch war Teil der Vortragsreihe "Abi - Studium - Beruf" und stand unter dem Titel "Traumberuf Medien?". Man müsse neugierig und sehr flexibel sein, sagte Wasserziehr. Er riet den Schülern, neben dem Studium so viel praktische Erfahrung wie möglich zu sammeln, und legte ihnen ans Herz: "Überlegt, was euch wirklich Spaß macht."

Dann ließ er zwei Schüler in seine Rolle als Sportreporter schlüpfen, während er erst Bundestrainer Jogi Löw und dann Spieler Lukas Podolski mimte. Wasserziehr kennt sich in der Fußballwelt gut genug aus, um die beiden darstellen zu können.

Als Prinz Poldi antwortete er auf die Frage, warum der FC Köln im Spiel gegen Werder Bremen nach einer 2:0-Führung doch noch verloren hatte: "Das lag daran, dass die anderen drei Tore geschossen haben." Patrick Röver (20) und Michael Aring (18) machten ihre Sache gut. Der Profi hatte am Ende nicht viel auszusetzen: Um den Nachwuchs müsse er sich keine Sorgen machen.