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Sportplatz in Bonn-Röttgen: Debatte um Fördermittel für Laufbahn

Fördermittel für Laufbahn : Heftige Debatte um Sportplatz in Bonn-Röttgen

Im Schulausschuss ist eine heftige Debatte über den Sportplatz in Bonn-Röttgen entbrannt. Es geht um die Fördermittel für eine neue Laufbahn.

Eine heftige Diskussion über den Zustand lokaler Sportanlagen hat im Schulausschuss ein Beschlussvorschlag des Sportamts ausgelöst: Landesmittel sollen für eine Kunststofflaufbahn auf dem Sportplatz Röttgen beantragt werden. Dazu soll die Verwaltung versuchen, bei der Bezirksregierung Köln Fördermittel aus dem NRW-Programm Ländlicher Raum für die Sportanlage zu erhalten.

Dafür stimmten die CDU und FDP. Die anderen Parteien enthielten sich. Der Antrag geht nun in den Sportausschuss und dann zur Entscheidung in die Bezirksvertretung Bonn. Die Idee ist es, der Sportstätte zu einer Rundlaufbahn zu verhelfen. Bereits seit 2017 gibt es einen modernen Kunstrasenplatz, ein vom Verein SV Rot-Weiß Röttgen finanzierten Kunstrasen-Kleinspielfeld, ein Basketballspielfeld und eine neuen Sprunggrube.

Die dort ansässigen Schulen – die KGS Schlossbachschule und das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium – hätten erheblichen Bedarf an einer Leichtathletiklaufbahn angemeldet, teilte die Verwaltung mit. Diese befürworte den Umbau aus sportfachlicher und schulsportlicher Sicht. Anja Lamotte (Bündnis 90/Die Grünen) hinterfragte allerdings den Plan. Andere Stadtteile hätten in der Verbesserung ihrer Sportstätten einen weit höheren Bedarf. Sie verstehe nicht, warum Röttgen – bei einer Förderzusage – aus Sicht des Landes NRW als ländlicher Raum gelten könnte, andere, bedürftigere Ortsteile in der Nachbarschaft dagegen nicht. Deshalb enthielten sich die Grünen bei der Abstimmung, dem schloss ich sich auch Gieslind Grenz (SPD) an. Der Zustand von Sportstätten und damit die Möglichkeiten für Schul- und Breitensport seien in anderen Ortsteilen weitaus schlechter als in Röttgen. „Wir sind aber der Verwaltung für ihre Kreativität dankbar, Fördertöpfe abzuschöpfen, wenn es geht“, sagte Grenz.

Maßnahme könnte höchstens zu 500.000 Euro aus Landesmitteln bezuschusst werden

Franziska Müller-Rech (FDP) begrüßte dagegen den Vorschlag der Verwaltung ausdrücklich. „Wir freuen uns, dass Röttgen die Chance bekommen könnte, Zuwendungen zur Förderung der Strukturentwicklung des ländlichen Raums aus dem NRW-Umweltministerium zu erhalten“, sagte die Landtagsabgeordnete. David Lutz sprach sich für die CDU ebenfalls für den Beschlussvorschlag aus. Für die Schulen in der Nähe wäre die Anlage einer Rundlaufbahn eine absolut sinnvolle Sache. „Diese Gelegenheit, Landesmittel zu bekommen, sollten wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen. Packen wir also zu“, sagte Lutz. Seine Fraktion verwahre sich dagegen, an dem Fall eine Neiddebatte aufzuziehen.

Das Sportamt bestätigte zudem, dass in Bonn nur der Ortsteil Röttgen der NRW-Gebietskulisse Ländlicher Raum zugeordnet sei. Gemäß einer Richtlinie könnte die Maßnahme mit 65 Prozent und höchstens zu 500.000 Euro aus Landesmitteln bezuschusst werden.

Mit einem Beschluss sei dagegen nicht festgelegt, dass die Rundlaufbahn in Röttgen gebaut werden müsse, sagte der Vertreter des Amts im Ausschuss. Man stelle lediglich den Antrag auf Fördermittel.