Bis zu 4500 Badegäste an heißen Tagen: So läuft ein Sommertag im Hardtbergbad ab

Bis zu 4500 Badegäste an heißen Tagen : So läuft ein Sommertag im Hardtbergbad ab

Das Hardtbergbad ist Bonns höchstgelegenes Freibad und bietet ein Stück Urlaub für die Familie - allerdings nur noch bis 2020. Dann soll das Bad für 22 Millionen Euro modernisiert werden.

Die „Matschepampe“ hat noch nicht die richtige Konsistenz. „Da muss noch mehr Wasser rein“, prüft Fyn mit Kennerblick die Statik des Baumaterials und stampft mitsamt seinem gelben Eimerchen davon. Wie gut, dass er hier nur so von Wasser umgeben ist. Eine kleine Dosis aus dem Bach genügt und schon kann er sich an das Fundament für seine Ritterburg machen. Ein Tag im Hardtbergbad ist gerade für kleine Wasserratten ein ganz besonderes Vergnügen.

Bonns höchstgelegenes Bad ist ein beliebter Ausflugs- und Freizeitort für die ganze Familie: Die großzügige Spiel- und Wasserfläche mit Matschbereich für die Kleinsten, eine 33 Meter lange Rutschbahn mit Wasserkanone für Jugendliche und ein attraktives Sportbecken bieten für jeden etwas. Entspannung und sportliche Attraktivität lassen sich gut miteinander verbinden. Wo sonst liegen Kölner Dom und Nordsee so nahe beieinander? Natürlich im Hardtberg. Bei guter Sicht schweift der Blick von den erhöhten Sitzstufen aus bis zu den Türmen der Kathedrale. Wer will, der kann zwischen seinen Händen feinsten Nordseesand rieseln lassen. Strandkörbe aus Ostfriesland sorgen für perfekte Urlaubsstimmung.

An heißen Tagen kommen 4500 Badegäste ins Hardtbergbad

Badleiterin Jessica Hilbig und ihrem Team beschert das derzeit tolle Sommerwetter jedoch jede Menge Arbeit. An heißen Tagen passieren schon mal mehr als 4500 Badegäste das Drehkreuz im Eingangsbereich. Rund 18 Mitarbeiter (Fach- sowie Aushilfskräfte) sorgen täglich in zwei Schichten dafür, dass selbst bei großem Besucherandrang alles reibungslos läuft. Während die Rettungsschwimmer die Becken nicht aus den Augen lassen, kümmert sich an manchen Tagen ein Security-Team darum, dass auf der Liegewiese ebenfalls alles rund läuft. Bei Bedarf kann die Badleiterin diese Ordnungskräfte anfordern. „Bei Hitze haben wir definitiv außerhalb der Becken mehr zu tun“, weiß Hilbig. „Doch bisher war alles im grünen Bereich. Ich hoffe, dass der Sommer so entspannt weitergeht. Bisher hatten wir ein friedliches Publikum.“ Die Security-Kräfte sollen das Badpersonal unterstützen und mit darauf achten, dass es zum Beispiel auf der Liegewiese nicht zu Streitigkeiten kommt. „Ihr Einsatz wirkt auch deeskalierend“, betont Hilbig.

Während sich die Badegäste im Wasser abkühlen, müssen Jessica Hilbig und ihr Team neben den Becken ebenfalls einen kühlen Kopf bewahren. Denn schließlich ist die Arbeit bei extremen Temperaturen eine Herausforderung. „Wir halten uns regelmäßig im Schatten auf, trinken viel und cremen uns gut ein“, erklärt sie.

Wenn alle Gäste abends gegangen sind, hat das Personal noch längst nicht Feierabend. Dann muss die Abrechnung des Tages gemacht werden, die Sanitäranlagen gesäubert und Müll eingesammelt werden. „Klar springen wir nach der Arbeit auch schon mal gerne ins Wasser. Doch wenn wir alles erledigt haben, sind wir meist so müde, dass wir nur noch nach Hause wollen“, berichtet Jessica Hilbig.

Die Stadtverwaltung will das Hardtbergbad für rund 22 Millionen Euro modernisieren. Darin enthalten sind die Sanierung des 50 Jahre alten Gebäudes und des 1982 errichteten Freibades sowie ein zusätzliches Lehrschwimmbecken in der Halle. Bisher existiert eine Vorentwurfsplanung. Sie besteht aus der Sanierung des Hardtbergbades im Bestand (Modul 1), der Erweiterung des Bades um ein zusätzliches Lehrschwimmbecken (Modul 2), der Sanierung des Freibades (Modul 3) sowie der Erweiterung des Bades um einen Familienbereich, eine Ganzjahresrutsche und eine Boulder-Wand (Module 4 bis 8). Nach derzeitiger Planung wird das Bad wahrscheinlich ab 2020 für die Dauer von zwei Jahren gesperrt. Einen detaillierten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Das ganzjährig geöffnete Bad wird im Durchschnitt von 117 000 Badegästen jährlich besucht, im Jahr 2018 kamen 146 529.

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