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Projekt "KuNstorte": Schuhpaare weisen den Weg

Projekt "KuNstorte" : Schuhpaare weisen den Weg

Verschiedene Künstler gestalten den "Wohnraum Brüser Berg" auf ihre ganz persönliche Art. Zum dritten Mal brachten Bonner Künstler ihre Kunst im Rahmen des Projektes "KuNstorte" in die Öffentlichkeit.

Ein Kind fuhr mit seinem Bobbycar auf dem Springbrunnenplatz der Borsigallee herum, bis es an eine Reihe herumstehender Schuhpaare kam. Es räumte einfach einige der Schuhe aus dem Weg - und das, obwohl sie Teil eines Kunstwerks waren. Aber schlimm war das nicht, sondern im Gegenteil gewollt, denn diese Kunst sollte nicht starr sein: Die Schuhe wurden zum Teil des öffentlichen Lebens auf dem Brüser Berg.

Zum dritten Mal brachten Bonner Künstler ihre Kunst im Rahmen des Projektes "KuNstorte" in die Öffentlichkeit. Auf dem Brüser Berg hatten Kurator Ulrich Höller und sechs weitere Kreative das Motto "wohn-l-ich" auf die Borsigallee angewandt. An einigen Stellen waren Schilder aufgehängt, die in einem Wort ein Attribut dieser Stelle beschrieben, etwa "gemüt-l-ich" auf einer Bank und "end-l-ich" am Bestattungsinstitut.

Diese ich-Arbeiten und die anderen Installationen seien "der Versuch, sich dem Brüser Berg als Wohnraum zu nähern", erklärte Höller. "Wie erlebe ich diesen relativ neuen Stadtteil, wie kann ich hier wohnen?" Künstlerin Freia Münks hatte ihre "Prozesslappen", diverse Geschirrtücher, quer über die Allee gehängt: "Das passt auch zum Thema Wohnen." Ricarda Rommerscheidt hatte mit Bändern, Röhren und sonstigen Alltagsgegenständen einige Bereiche der Fußgängerzone in stilisierte Wohnräume verwandelt.

Einen am Reißbrett entstandenen Ort stellte Anja Neimöck mittels gefalteter Zeitungsseiten dar, die sie mit Nägeln in den Fugen zwischen den Steinen befestigt hatte und überspitzt den Brüser Berg mit seiner "Struktur, aber Vielfalt" darstellte. "Die Anwohner zeigen sich sehr neugierig", stellte sie fest. Außerdem zeigten Christian Mai, Uschi Margraf und Dietmar Fiessel ihre Kunst.

Höllers Beitrag waren die Schuhe, die er teils von Anwohnern gesammelt und teils selbst beigesteuert hatte. Dazu gehörten auch Schuhpaare, die auf den Kirchenplatz zustrebten. "Die waren in der Nacht verschwunden: Ein Kirchenmitarbeiter hatte sie nachts eingesammelt." Daraufhin hatte er am nächsten Tag neue Schuhe aufgestellt, die diesmal von der Kirche weg zeigten.

Die eingesammelten Treter tauchten später in einer Plastiktüte wieder auf. Nicht nur die Schuhe waren das Kunstwerk, sondern auch das, was die Passanten daraus machten.