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Schulen im Stadtbezirk Hardtberg: Rochusschule: Mehr Tempo gefordert

Schulen im Stadtbezirk Hardtberg : Rochusschule: Mehr Tempo gefordert

Bei der letzten Karnevalsfeier waren mehr als 300 Menschen in der Aula der Duisdorfer Rochusschule. Im Falle eines Brands hätten davon 30 theoretisch gerettet werden können – eine alarmierende Zahl, findet die Schulpflegschaftsvorsitzende Monika Menden.

Sie wirft dem Städtischen Gebäudemanagement (SGB) Versäumnisse in Sachen Brandschutz sowie Untätigkeit vor. „Wir sollen akzeptieren, dass die Behörde, die sich bis zu der Bitte um eine Brandschutzbegehung offenbar nicht zuständig fühlte, nun nicht ansatzweise motiviert ist, diesen Missstand zügig zu beheben“, sagt sie. Und sie fordert die Politiker des Stadtbezirks auf, sich für eine Beschleunigung der Maßnahmen einzusetzen.

Wie berichtet, veranschlagt das SGB vier Monate für den Anbau einer Fluchttreppe – laut Gertrud Smid von den Grünen, die auch Mitglied im SGB-Betriebsausschuss ist, begann dieser Zeitraum mit der entsprechenden Beschlussfassung am 7. Dezember 2016. Mindestens bis April 2017 müssen die Kinder der Offenen Ganztagsschule, die in der Aula sonst zu Mittag gegessen hatten, also darauf warten, dass andere Räume frei werden. „Und wo sollen sich die Kinder im Winter aufhalten?“, fragt sich Pflegschaftsvorsitzende Menden.

Die Politiker reagieren unzufrieden auf die Situation

In der Hardtberger Politik bedauert man den langen Zeitraum, scheint aber keine weitere Handhabe zu besitzen. Dominik Loosen von der Hardtberger SPD kritisiert, „dass das immer gleich mit einer Schließung einhergeht“. Dass Gebäude vernachlässigt werden, sei indes ein stadtweites Problem und die Konsequenz aus dem städtischen Personalabbau. Deshalb macht er den Mitarbeitern des SGB keinen Vorwurf. Da gehe es nicht nur um Brandschutz und Sicherheit. „Keine Grundschule im Hardtberg ist barrierefrei“, merkt Loosen an.

Christos Katzidis von der CDU hätte sich „von der Kommunikation her mehr gewünscht“ und will mit der Stadtverwaltung ins Gespräch kommen. Die Politik könne letztlich nichts tun, sagt Smid: „Die Brandschutzvorschriften müssen eingehalten werden.“ Das SGB behandle den Bau der Fluchttreppe an der Rochusschule als „äußerst dringlich“.

Für Frank Thomas von der FDP wäre ein provisorischer zweiter Rettungsweg die beste Lösung gewesen: Damit könnten die Kinder die Aula nutzen, bis die eigentliche Treppe fertiggestellt ist. Er erwarte vom SGB, „dass flexibel reagiert wird“.

Karneval soll in der Turnhalleder Musikschule stattfinden

Menden hofft allerdings noch , dass die Politik über eine Dringlichkeitsentscheidung noch eine bessere Übergangslösung für die Aula/Mensa durchsetzen kann. Der Bau einer solchen Fluchttreppe müsse auch nicht so lange dauern, wenn man ortsansässige Handwerker beauftragen würde, findet sie.

Derweil hat Schulleiterin Birgit Klippel zumindest für die Karnevalssitzung an Weiberfastnacht eine Lösung gefunden, die die Stadtverwaltung nur noch genehmigen muss: Die Kinder könnten dann in die Turnhalle der Musikschule am Schieffelingsweg gehen und feiern. Optimal ist das jedoch nicht: Der Boden der Halle sei neu und frisch versiegelt, da könnten die Kinder nur barfuß hinein. Das sorgt für eine Schwierigkeit bei der Organisation: „Wo stellt man 300 Paar Schuhe hin?“