Rockfestival im Derletal: Regentanz zu Rockmusik

Rockfestival im Derletal : Regentanz zu Rockmusik

Bands und Fans trotzen dem Wetter beim fünften Festival im Derletal. Der erwartete Ansturm bleibt jedoch aus. Organisatoren befürchten Verlust.

„Ich kann's noch gar nicht fassen, es ist Sommer!“, sang Pascal Nolting von der Band „Funkymodo“ am Samstag bei „Rock im Tal“. Ja, es war schwer zu glauben, dass das Sommer sein sollte: Der Dauerregen weichte den Boden auf und durchnässte Besucher und Helfer des fünften Festivals im Derletal. Aber solange es nur Regen und nicht mehr war, gab es für den Spielmannszug Rot-Weiß Duisdorf keinen Grund, seine Veranstaltung ausfallen zu lassen.

Und tatsächlich fanden sich auch bei diesem Wetter Freunde grooviger Rockmusik vor dem Vereinshaus der Hubertusschützen ein. „Es ist toll, dass das trotzdem stattfindet“ sagte Paul Reinelt, der bisher jedes Jahr dabei war. „Live-Musik ist immer gut. Auch bei Regen“ Sein Bruder Paul war auch mitgekommen.

Als abends die Sonne herauskam, füllte sich der Platz noch ein bisschen, zumal auch Coldstack spielte, die Band von Dennis Schreiner, der das Festival für den Spielmannszug organisiert. Man werde aber mit einem Verlust aus der Sache herausgehen, sagte dessen neuer Vorsitzender Otto Knott. Er dankte den Geschäftsleuten aus Duisdorf, ohne deren Sponsoring man die Veranstaltung nicht hätte auf die Beine stellen können.

Dankeschön für spontane Hilfe

Auch beim Schützenverein bedankte er sich für spontane Hilfe am Samstag: „Die haben uns gerettet.“ Als der Stromkasten von der Stadt geliefert wurde, war der Zugang zum Hauptanschluss im Vereinshaus nicht zugänglich.

Also rief der Vorstand, der den Aufbau komplett selbst stemmte, den ersten Brudermeister an. „Dieter Augustintschitsch hat alles stehen und liegen gelassen, um uns aufzuschließen“, so Knott.

Auf der mobilen Liveliner-Bühne von Albert Pinsdorf eröffneten „Louder than Wolves“ den Nachmittag mit einem überzeugenden Auftritt – wenngleich das Publikum nicht zum Mitsingen zu motivieren war. „Ist das jetzt AC/DC?“, fragte Anna (5) ihre Mutter Nicole Schreiner, die bei Coldstack mitspielt.

Der Vergleich adelt die Bonner Band geradezu. Sänger und Gitarrist Oliver Schmitz spielt tatsächlich auf der gleichen Gitarre, die auch Angus Young von der berühmten Rockband nutzt. Auch „Reverse Reaction“ aus Hennef kam – alle Bands aus Bonn und Umgebung hatten zugesagt, auch bei schlechtem Wetter vor spärlichem Publikum zu spielen.

Nächster Termin wird eingehend diskutiert

„Nur den letzten beiden Bands haben wir von uns aus abgesagt“, sagte Annas Mutter. „Käpt'n Moby“ kommt aus Duisburg, die Band „NinetyFourX“ aus Essen. Das sei zu aufwändig gewesen, um vor so wenig Publikum zu spielen. So hatten die anderen Bands Gelegenheit, etwas länger zu spielen. Das Publikum war gut aufgelegt, einige tanzten auch im Regen.

Im letzten Jahr hatte sich Schreiner den August als bevorzugten Termin gewünscht. Das hätte in den Ferien gelegen, und davor scheuen Veranstalter meist zurück. Vermutlich wären aber an einem sonnigen Sommerferientag mehr Menschen gekommen als an diesem verregneten Juni-Samstag. Das Problem: Man bekäme dann vielleicht nicht genug Helfer zusammen, so Knott.

Am Samstag waren die Mitarbeiter unterfordert. Die Mitglieder des 1. FC Hardtberg hatten nichts zu tun, weil der Bierstand nicht geöffnet wurde, und die Duisdorfer Allzweckwaffe Inge Fröhlich machte ein trauriges Gesicht. Sie sollte im Eingangsbereich Sekt verkaufen, auch dieser Stand blieb dicht. „Ich habe gar nichts zu tun.“

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