Projektwoche der Margot-Barnard-Realschule hinterlässt nachhaltige Eindrücke: Rassismus begreifbar machen

Projektwoche der Margot-Barnard-Realschule hinterlässt nachhaltige Eindrücke : Rassismus begreifbar machen

Mit Begeisterung berichtet Ingrid Schnickers-Both, die Schulleiterin der Margot-Barnard-Realschule (MBR) in Medinghoven, von der am Freitag mit einer öffentlichen Präsentation zu Ende gegangenen Projektwoche "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Erklärtes Ziel der "Schule ohne Rassismus" ist es, den Alltag an der Schule derart zu gestalten, dass er von einem Klima der gegenseitigen Achtung und der Anerkennung individueller Eigenheiten geprägt wird. Von den 522 zehn bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern der MBR haben etwa 40 Prozent einen Migrationshintergrund.

Für den Politologen und Mathematiklehrer Jörn Urschel war es erstaunlich zu erfahren, dass sich die Schüler in den wenigsten Fällen untereinander über das Thema Rassismus austauschen, obwohl viele von ihnen schon selber Opfer von rassistischen Anfeindungen geworden sind.

Neben dem Besuch von Synagoge und Moschee, Kursen zur Gewaltprävention, der Behandlung von Themen wie "Religiöser Extremismus" oder "Stress im Geometrie-Land" gab es in der Projektwoche auch eine Umfrage zum Thema "Wie denkt die Gesellschaft über Rassismus?".

20 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn waren in Duisdorf, Medinghoven und Brüser Berg unterwegs und konnten insgesamt 552 Personen mit Fragen wie, "Was denkst du, wenn du einem Ausländer begegnest?" oder "Könntest du dir vorstellen, mit einem Ausländer/einer Ausländerin in einer festen Beziehung zu sein?", konfrontieren.

Mit differenzierten Antwortmöglichkeiten und der Erfassung des Alters der Befragten war zwar kein repräsentatives Ergebnis für die Bonner Ortsteile zu erwarten, doch die Auswertung ergab eine nur erstaunlich geringe Abweichung von einem durch die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) erhobenen Mittelwert für Deutschland: Während die FES feststellte, dass 19 Prozent der Deutschen in ihrer Haltung "rassistische Züge" aufweisen, waren es in Duisdorf nur zwölf Prozent.

Als "Rassisten" stellten sich dagegen bei der FES sieben Prozent der Deutschen dar, während es im Befragungsgebiet der Realschule etwas über zehn Prozent waren. Urschel: "Ziel unserer Untersuchung war ja nicht ausschließlich zu Zahlen zu kommen, sondern das Thema Rassismus ein wenig greifbarer zu machen."

Es würde oft viel zu sehr abstrakt behandelt. Durch die Umfrage sei man besser miteinander ins Gespräch gekommen. Was bei Urschel intellektuell passierte, konnte auf der Bühne der Schulaula mit einem Tanzprojekt auch körperlich erfahrbar und für die Zuschauer erlebbar gemacht werden.

Zu eindrucksvollen Texten hatten etwa 30 Schülerinnen und Schüler mit der Tanzpädagogin Lisa Jakowetz über viele Monate eine Choreografie einstudiert, die Begegnung und Miteinander von Kulturen zum Inhalt machte.