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Verkehr in Dransdorf: Protest gegen Parkverbot

Verkehr in Dransdorf : Protest gegen Parkverbot

Anwohner der Meßdorfer Straße argumentieren, dass Autos am Fahrbahnrand zur Verkehrsberuhigung beitragen. Ortsbegehung am Donnerstag, 22. Dezember.

Wer auf der engen Meßdorfer Straße im unteren Stück in Dransdorf ein absolutes Parkverbot verhängen will, darf sich auf heftigen Widerstand der dortigen Anwohner gefasst machen. Die haben einige Argumente parat, warum dieser Flaschenhals nicht entschärft werden sollte, um künftig die größeren Gelenkbusse hier durchfahren zu lassen.

Das erste: „Die geparkten Autos tragen zur Verkehrsberuhigung bei“, sagt Thomas Waldorf. Stehen sie einmal nicht da, werde die Straße regelmäßig zur Rennstrecke, vor allem auf der Route bergab. Auch die Busse würden sich selten an das vorgeschriebene Tempo 30 halten, so die Erfahrung der Anwohner, die bereits Unterschriften gegen die Pläne der Stadt Bonn sammeln.

Die Parkplätze seien ohnehin zu knapp bemessen, und das hat eine Vorgeschichte, die im Bonner Stadthaus bekannt sein muss. Schon bei der Planung des Wohngebiets „An Justin Jütten“ in der unteren Meßdorfer Straße haben die Anwohner vor zehn Jahren auf die prekäre Verkehrssituation hingewiesen, sagen sie. „Aber alle Bedenken wurden von der Stadtplanung beiseitegeschoben mit dem Argument, wenn einmal die Umgehungsstraße K12n fertig ist, wird sich der Verkehr deutlich beruhigen“, so Martina Schönborn-Waldorf.

Doch dieser Effekt sei nicht eingetreten: Der Verkehr habe nicht nachgelassen, auch bedingt durch den Bau des neuen Wohngebiets „Hinter den Lessenicher Gärten“ sowie die künftig geplanten Häuser auf dem Areal von „Steinbach & Schäfer“. Fazit der Anwohner: Am Verkehrschaos werden mittelfristig weder die Gelenkbusse noch die 24 zur Streichung vorgesehenen Parkplätze etwas ändern. Was fehlt, sei eine Anbindung der Wohngebiete an die K12n, sodass man von der Meßdorfer Straße aus die Ortsumgehung erreichen könne. Dazu benötige es aber Abstimmungen mit dem Rhein-Sieg-Kreis, wovon bisher nicht die Rede sei.

Die Bürger weisen auch auf den städtischen Verkehrsentwicklungsplan hin, der feststellt: Erst die Kombination aus einer Verlagerung des Verkehrs auf übergeordnete Straßen (Autobahn/Bundesstraßen) und einer Verkehrsberuhigung der übrigen Straßen bringt den höchsten Entlastungseffekt für die Menschen, auch in punkto Lärm. Insofern lautet ihre Forderung: Die Meßdorfer Straße müsste zu einer reinen Anwohnerstraße werden, will die Stadt ihr eigenes Konzept umsetzen.

„Dann wäre dem ampelfreien Schleichweg für alle, die keine Lust auf den Stau auf dem Hermann-Wandersleb-Ring oder auf der K12 haben, ein Riegel vorgeschoben“, so Waldorf. Außerdem stellen die Bewohner die Frage, warum Gelenkbusse im Zehnminuten-Takt durch eine so enge Straße fahren müssen. Jeder, der die örtlichen Gegebenheiten kenne, wisse auch, dass das in Spitzenzeiten des Berufsverkehrs unmöglich sei. Bei Durchsetzung des absoluten Halteverbots habe man die Busse dann unmittelbar vor dem Wohnzimmerfenster. „Dann holt der Seitenspiegel der Busse uns die Blumen von der Fensterbank“, befürchtet Anwohnerin Heidrun Kielert-Leiendecker.

Zu einer Ortsbegehung lädt die örtliche SPD für Donnerstag, 22. Dezember, ein, um Lösungen zu erörtern. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Fußgängerüberweg Am Dörnchen.