HTC Schwarz-Weiß Bonn: Protest gegen Hockeyhalle

HTC Schwarz-Weiß Bonn : Protest gegen Hockeyhalle

Anwohner kritisieren Pläne des HTC Schwarz-Weiß Bonn zum Bau einer Traglufthalle. Erst machte der Umweltschutz dem Hockey- und Tennisclub Schwarz-Weiß Bonn einen Strich durch die Rechnung, dann die Nachbarschaft und die Baumschutzsatzung.

"Nicht genehmigungsfähig" hieß es jedes Mal von der Stadt, wenn der Verein einen Standort für den Bau einer Hockeyhalle vorschlug.

Doch zurzeit sind die Mitglieder guter Dinge, dass die Halle bald steht. "Seit fünf Jahren versuchen wir, die dringend benötigte Infrastruktur für die Hockeyabteilung zu schaffen, und noch nie waren wir der Lösung so nahe wie jetzt", sagt der Vereinsvorsitzende Dirk Vianden.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen sprachen sich 74 Prozent der Mitglieder für die Errichtung einer Traglufthalle aus. Sie soll von Oktober bis März über drei Tennisplätze gespannt werden und so den Spielbetrieb der Hockeymannschaften im Winter gewährleisten.

Rund 300.000 Euro soll die Halle kosten, 10 Meter hoch sein und Platz für 1900 Quadratmeter Spielfläche bieten. Laut der Geschäftsführerin Nicole Schaefer ist der Bau der Halle dringend notwendig. "Derzeit trainieren die Mitglieder im Winter über die ganze Stadt verteilt, müssen die Kinder quer durch die Stadt gefahren werden", so Schaefer.

Dies sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Hockeyabteilung wachse, unzumutbar. 1200 Mitglieder zählt der Verein, rund 300 davon spielen in 28 Mannschaften Hockey. Noch in dieser Woche soll der Bauantrag gestellt werden. "Wir sind guter Hoffnung, dass es ein zügiges Genehmigungsverfahrren gibt", sagte Vianden. Er hofft, dass dann schon ab Januar in der neuen Halle trainiert werden kann.

Doch gegen den Bau der Halle wehren sich jetzt die Nachbarn an der Saalestraße. Einer von ihnen ist der ehemalige Stadtsprecher Friedel Frechen. "Wir halten das Projekt für nicht beschlussreif", sagte Frechen. In einer Eingabe an den Verein haben die Anwohner ihre Bedenken formuliert.

Unter anderem befürchten sie zunehmenden Verkehr und Lärm durch den regelmäßigen Auf- und Abbau der Halle. Darüber hinaus befürchten sie, dass der Verein gezwungen sein wird, die Halle aus finanziellen Gründen für sportfremde Zwecke zu vermieten. "Wir sind an einer friedlichen, nachbarschaftlichen Lösung interessiert", sagte Frechen.

Das weitere Vorgehen hänge von kommenden Gesprächen mit der Vereinsführung ab. Die hält die Bedenken für unbegründet, bekundet aber den Willen zu einer friedlichen Lösung und weiteren Gesprächen. "Wir werden alles tun, was die berechtigten Interessen der Nachbarn schützt und uns nicht behindert", sagte Vianden.

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