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Wohnhaus in Duisdorf unbewohnbar: Polizei ermittelt nach Brand wegen Fahrlässigkeit

Wohnhaus in Duisdorf unbewohnbar : Polizei ermittelt nach Brand wegen Fahrlässigkeit

Zwei Leichtverletzte hat ein Brand in Bonn-Duisdorf gefordert. Das Feuer in der Brunnenstraße ging von einer Matratze aus. Jetzt ermittelt die Polizei.

Nach dem Brand in der Duisdorfer Brunnenstraße mit zwei Leichtverletzten am Sonntagnachmittag ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Inbrandsetzung gegen einen Bewohner. Das teilte Polizeisprecher Robert Scholten auf Nachfrage mit. Details konnte er mit Blick auf die laufenden Untersuchungen noch nicht nennen. Wie der GA allerdings erfuhr, hatte offenbar die Bettmatratze in der Erdgeschosswohnung, von der der Brand ausging, Feuer gefangen.

Auch gibt es Hinweise darauf, dass der Bewohner das Feuer, das möglicherweise durch eine brennende Zigarette verursacht worden sein könnte, am Vormittag versucht hatte zu löschen und danach die Wohnung verließ. Diese Rekonstruktion der Ereignisse passt auch zur Schilderung von Nachbarn. Einige erklärten gegenüber dem GA, dass sie bereits am Vormittag einen leichten Brandgeruch wahrgenommen hätten. Einer der Nachbarn soll daraufhin vergeblich an der Wohnungstür geklingelt und geklopft haben. Der angekokelte Lattenrost, ein Nachttisch und Holzregal sowie Stühle und ein Koffer standen am Montag, einen Tag nach dem Feuer, noch neben dem Hauseingang. Auf dem gegenüberliegenden Parkplatz stehen Autos, deren Fenster behelfsmäßig mit Kunststoffplanen zugeklebt sind. Wie berichtet, hatte der Brand am Sonntagnachmittag gegen 14.20 Uhr offenbar zu einem sogenannten Flashover geführt, gegen den 50 Feuerwehrleute kämpften.

Ein solcher Effekt kann durchaus zum Bersten von Scheiben führen. Denn durch das Feuer entsteht in den geschlossenen Räumen eine Rauchdecke, die sich mit der Zeit immer stärker verdichtet und erhitzt. Ab einer bestimmten Dichte ist die Rauchdecke hoch entzündlich. Die Energie entlädt sich dann in Form einer Durchzündung, dem Flashover.

In diesem Moment hat auch ein lauter Knall das Zerspringen der Fenster und der Wohnungstür begleitet. Blandine Süßmuth hörte ihn und dachte zunächst an „sich amüsierende Jugendliche“. Erst als die Nachbarin, die eine Etage über der betroffenen Wohnung lebt, aus dem Fenster zur Straße schaute, „sah ich die Rauchwolke an meinem Fenster vorbeiziehen“. Sie schnappte Mobiltelefon und Schlüssel und eilte etwa zeitgleich mit einer Familie samt Kind über die rückwärtig gelegene Feuerleiter. „Hauptsache, es ist keiner schwer verletzt“, berichtete sie gefasst am Montagnachmittag.

Angesichts des scharfen Brandgeruchs, der Tatsache, dass derzeit Strom und Wasser nicht zur Verfügung stehen und der laufenden Ermittlungen weiß sie noch nicht, wann sie und die anderen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können. Sie selbst ist privat untergekommen und ihres Wissens haben auch die anderen Bewohner private Unterkünfte für die nächsten Tage gefunden.