Brüser Berg: Politik kritisiert Postschließung

Brüser Berg : Politik kritisiert Postschließung

In die Diskussion um die geplante Schließung der Postfiliale sowie der Postbank auf dem Brüser Berg hat sich jetzt die Politik eingeschaltet.

„Post ist Daseinsvorsorge. In einem Ortsteil wie dem Brüser Berg leben immerhin etwa 8000 Menschen, davon überproportional viele Ältere und auch Menschen mit Behinderungen. Ohne Post geht es gar nicht!“ reagiert Gabi Mayer, SPD-Ratsfrau für den Hardtberg, auf die Ankündigung. Wie der GA berichtete, wird Cabbar Gündogdu, der in seinem Schreibwarengeschäft rund zehn Jahre lang alle Serviceleistungen rund um den Brief- und Paketversand sowie Postbankgeschäfte angeboten hat, seinen Laden an der Borsigallee zum Ende des Jahres schließen.

„Wir brauchen in einer älter werdenden Gesellschaft solche wichtigen Einrichtungen wie eine Post unbedingt vor Ort. Und wir wü̈nschen uns natürlich, dass die Post AG jetzt auf das Angebot von Felicias Lippold eingeht, eine Filiale in ihrem Laden weiter zu betreiben“, erläutert Dominik Loosen, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion. Deshalb haben sich die Sozialdemokraten direkt an Postchef Frank Appel gewandt. In einem Schreiben fordern sie ihn auf, dafür zu sorgen, dass die Versorgung auf dem Brüser Berg auch in Zukunft gewährleistet ist und dass „die Alternative wohlwollend geprüft wird.“ Denn, so Gabi Mayer, „der Brü̈ser Berg ist eigentlich gut aufgestellt, es gibt Geschäfte, Gastronomie, funktionierende Nachbarschaften. Das gilt es jetzt zu verteidigen.“

Dringlichkeitsantrag in der Bezirksvertretung

Mit einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag zur Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg am 5. Juli reagieren auch CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf das Thema. Die Verwaltung wird aufgefordert, umgehend Kontakt mit der Deutschen Post DHL aufzunehmen mit der Zielsetzung, auch künftig die postalische Grundversorgung auf dem Brüser Berg sicherzustellen. Über die Ergebnisse der Gespräche soll die Bezirksvertretung in der September-Sitzung informiert werden. Wolfgang Esser, Vorsitzender der Hardtberger CDU-Bezirksfraktion, erklärt dazu: „Für uns ist es wichtig, dass insbesondere ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Bewohner weiterhin die Möglichkeit haben, ihre postalischen Angelegenheiten vor Ort erledigen zu können.“

Rückzug der Postbank zum 30. November

Bereits zum 30. November hat die Postbank ihren Rückzug angekündigt, der Service der Postfiliale kann noch bis Ende des Jahres genutzt werden. „Nur mit der Provision für die Dienstleistungen im Brief- und Paketversand kann ich nicht überleben“, rechnete Cabbar Gündogdu nach und macht seinen Laden deshalb Ende Dezember komplett dicht. „Das Geschäft ist unter diesen Bedingungen für mich nicht mehr tragbar. Schließlich muss ich Miete bezahlen und habe Personalkosten.“

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