16. Februar: Ortsausschuss Ippendorf bereitet Karnevalszug vor

16. Februar : Ortsausschuss Ippendorf bereitet Karnevalszug vor

Die Vorbereitungen für den Ippendorfer Karnevalszug am 16. Februar laufen auf Hochtouren. Die Fäden in der Hand hat die Ortsausschussvorsitzende Barbara vom Dorp – auch beim Vereinshaus, das sich immer mehr zum Herz von Ippendorf entwickelt.

Mit einem „lieben Dank an das Ordnungsamt“ beginnt Marita Winter vom Ortsausschuss (OA) ihren Bericht zum 35. Ippendorfer Karnevalszug. Das Motto war bereits im April des letzten Jahres gefunden. Unter einem runden Dutzend von Vorschlägen versammelte „Ob Jötterfunke, oder Funke, mit Beethovve läss“ sich prima schunkele“ die meisten Stimmen auf sich. Nicht zum ersten Mal ging damit die 50-Euro-Prämie für das beste Motto an Carola Berresheim vom OA.

Doch weniger mit Klängen von „Beethovve“ als vielmehr von einer tanzwütigen Sambagruppe wird der Zug am Sonntag vor Karneval (16. Februar) angeführt. Die etwa 750 Teilnehmer werden sich auf fünf Gesellschaftswagen, zehn Musikgruppen und fünf Tanzgarden verteilen. Dazu kommen „Beethovens Zwerge“, die Ponygruppe vom Annaberger Hof und die drei Kitas von Ippendorf. Die Grundschule, die im letzten Jahr noch für mehr als tausend Zugteilnehmer sorgte, ist nur alle vier Jahre dabei. Doch wie in jedem Jahr werden auch Prinz und Bonna mit ihrem Gefolge den Zug mit ihrer Anwesenheit beehren und – wie schon seit mehr als 30 Jahren – von Familie Schmitz-Langel an der Gierolstraße versorgt werden.

Am Vorabend laden die Sportfreunde Ippendorf ins „Ippendorfer Büdchen“, dem Zelt hinter dem Vereinshaus ein, wo es dann auch am Sonntag bei der After-Zoch-Party noch einmal hoch hergehen wird. „Wir gehen davon aus, dass alle Ordnungs- und Einlasskräfte eventuelle Randalierer gut im Griff haben werden“, sagt OA-Vorsitzende Barbara vom Dorp. Vor zwei Jahren kam es zu Ausschreitungen durch angereiste und alkoholisierte Jugendliche, die sogar einen Polizeieinsatz erforderten. „Doch seit das Ordnungsamt auch Kontrollen während des Zuges macht und den Alkoholverkauf an Jugendliche unter 16 Jahren unterbindet“, so vom Dorp, sei auch nichts mehr geschehen.

Im neunten Jahr ist die promovierte Biologin und Ladeninhaberin Vorsitzende des Ortsausschusses. „Obwohl ich mit Vereinen – außer dem Kirchenchor – nie etwas zu tun hatte“, lacht sie. Vereinsmeierei sei nicht ihr Ding. Doch man darf behaupten, dass es das im positiven Sinn seit neun Jahren geworden ist. Denn zu tun gibt es im OA genug. So ist in ihrer Ausschusszeit auch der Bestand der Alten Schule gesichert worden. Ippendorf kann sich heute über ein gut saniertes Vereinshaus freuen. „Das ist mein Baby“, sagt vom Dorp nicht ohne Stolz.

Aktuell haben rund 15 Vereine und Veranstalter die Möglichkeit, die Räume des Hauses zu nutzen. Vom Arbeitskreis Bildende Kunst über den Verein der Gehörlosen, musikalische Früherziehungsgruppen, körperliche und geistige Übungsangebote von Qigong über Yoga und Pilates bis hin zum „klaren Kopf“ durch Kinetik wird das Haus, vor allem auch von Neubürgern, so vom Dorp, gerne genutzt. „Ich würde am liebsten dem Vorschlag von Bürgermeisterin Klingmüller folgen und es ‚Stadtteilzentrum‘ nennen“ sagt die OA-Vorsitzende. Auch wenn es immer noch Ippendorfer gebe, die gar nicht wüssten, dass das Haus existiere, sei es so etwas wie das Herz von Ippendorf geworden. Inzwischen werde es auch gerne für private Feierlichkeiten oder Seminare genutzt. An kaum einem anderen Ort ist es möglich, so große und gepflegte Räumlichkeiten für etwa elf Euro die Stunde anzumieten. „Lediglich unsere sanitären Anlagen lassen zu wünschen übrig“, sagt vom Dorp.

Unverständlich, dass die Stadt bis heute nicht dazu zu bewegen war, den außerhalb liegenden Toilettenbau dem Gebäude anzupassen. „Mit unseren Einnahmen sind wir noch immer nicht aus den roten Zahlen“, weiß vom Dorp. Denn Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gehen – neben der Mietzahlung von summa summarum 2500 Euro – bis zu einer Höhe von 1000 Euro zu Lasten des OA. Das Engagement der OA-Mitglieder hat sich bereits vielfach bewährt. So ist der vor einigen Jahren auf Initiative von Klingmüller aufgestellte Bücherschrank auf dem Dorfplatz zu einem kleinen „kulturellen Zentrum“ geworden. Auch in diesem Jahr ist dort wieder eine Lesung geplant. Vor allem sei es schön, so vom Dorp, dass sich die Ippendorfer auch um die Pflege des dortigen Buchbestands kümmerten.

Aktuell sei man im OA dabei, die Idee eines Ortsteilflohmarktes, wie er in Röttgen und Ückesdorf schon erfolgreich stattgefunden hat, für Ippendorf zu prüfen. „Vielleicht können wir dann auch noch ein Zelt am Vereinshaus aufstellen“, überlegt vom Dorp. Dann könnten auch diejenigen mitmachen, die den Flohmarkt nicht vor der eigenen Haustüre haben möchten.