Verkehrsprobleme auf dem Venusberg: Neues Parkhaus für die Uniklinik im Bau

Verkehrsprobleme auf dem Venusberg : Neues Parkhaus für die Uniklinik im Bau

Die Bauarbeiten an dem neuen Parkhaus am Haupteingang zur Bonner Universitätsklinik haben begonnen. Der Ärztliche Direktor, Wolfgang Holzgreve, appelliert aber weiterhin für den Bau einer Seilbahn.

Während auf dem Venusberg über die gerade vorgelegte Parkraum-Untersuchung des Gutachters diskutiert wird, das die Abschaffung von 150 öffentlichen Parkplätzen und die Einführung von Parkgebühren samt Anwohnerparkrecht in den Wohngebieten vorschlägt, hat das Uniklinikum Bonn Fakten geschaffen. Neben der Hauptpforte wird derzeit ein neues Parkhaus für 500 Autos gebaut. Den Neubau finanziert das Klinikum aus eigenen Mitteln – eine Investition von sieben Millionen Euro.

„Das neue Parkhaus Mitte wird Anfang 2018 eröffnet“, kündigt der UKB-Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor, Professor Wolfgang Holzgreve, an. Unterm Strich bedeutet das ein Plus von 410 Plätzen, weil für das neue Parkhaus auch 90 alte Parkplätze entfallen sind. Damit nicht genug: Auch der bisherige Hubschrauberlandeplatz im Gelände soll zu einem Parkplatz ausgebaut werden. „Der neue Landeplatz für Hubschrauber wird dann auf dem Notfallzentrum errichtet.“ Das sei auch aus Gründen des Transports der Patienten besser als der heutige Platz.

Das könne die angespannte Parksituation im UKB zwar weiter entzerren, aber Holzgreve warnt: „Das ist alles keine Lösung für das eigentliche Kernproblem.“ Man müsse Mobilität als Ganzes betrachten und nicht nur die Zahl der Parkplätze. Das heißt: Von den 8000 Mitarbeitern nutzen Holzgreve zufolge 3000 das Jobticket, es gebe eine Mitfahrzentrale und auch viele Beschäftigte, die mit dem Fahrrad kämen. „Aber das reicht alles nicht aus, um den motorisierten Individualverkehr zum Venusberg spürbar zu reduzieren“, so Holzgreve.

Wildparker innerhalb und außerhalb des Klinikareals

Verkehrsuntersuchungen gehen davon aus, dass die Zahl der Autos, die jeden Tag zum UKB wollen, von 12.500 auf 17.000 im Jahr 2025 und 20.000 im Jahr 2030 steigen wird. Das liege auch daran, dass die Zahl der ambulanten Patienten in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist. „Und es gibt keinen Grund zu glauben, dass dieser Trend endet.“

„Was uns allen wirklich helfen würde, wäre nur der Bau einer Seilbahn auf den Venusberg“, ist Holzgreve überzeugt. Sie würde 1700 bis 4000 Pkw-Fahrten auf den Venusberg ersetzen können. „Und ich hoffe, dass die Seilbahnpläne positiv entschieden werden.“ Gefreut habe ihn, dass die Telekom und Umweltverbände die Idee einer Seilbahn unterstützten.

Aus der aktuellen Diskussion, ob in den Wohngebieten auf dem Venusberg Anwohnerparkrecht und Parkgebühren eingeführt werden und 150 Plätze entfallen, hält sich das UKB heraus. Man wisse, dass es 400 bis 500 Wildparker gebe, von denen die Hälfte UKB-Mitarbeiter und die andere Hälfte Klinikbesucher seien. „Wir können gut nachvollziehen, dass es für die Bewohner des Venusbergs eine Belastung ist, und auch auf unserem Gelände wird an verbotenen Stellen geparkt“, sagt Holzgreve. Aber ob die Empfehlungen der Gutachter umgesetzt werden, das sei eine Sache, die die Bürger und die Stadt mit ihren politischen Repräsentanten unter sich ausmachen müssten.

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