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Loblied als Kanon: Musikalisches Dankeschön für frühere Kantorin Ursula Stamp geschrieben

Loblied als Kanon : Musikalisches Dankeschön für frühere Kantorin Ursula Stamp geschrieben

Mit ihrem Offenen Singen im Gemeindezentrum der Röttgener Thomaskirche begeistert die frühere Kantorin Ursula Stamp regelmäßig bis zu 100 Teilnehmer. Karl-Heinz Klinge hat als Dankeschön ein Lobgesang auf sie gedichtet.

Nahezu jedes Kind in Röttgen kennt Ursula Stamp. Auch wenn die Kinder, die sie einst als Kantorin der Gemeinde unterrichtete, längst erwachsen sind. Mit ansteckender Begeisterung leitet sie jedoch immer noch zweimal im Monat ein Offenes Singen für jedermann im Gemeindezentrum der evangelischen Thomaskirche.

Bis zu 100 Teilnehmer treffen sich dort, um mit ihr bekannte und weniger bekannte Volks- und Kirchenlieder zu singen. „Alles, was Freude macht“, ist Stamps Devise (der GA berichtete). „Unsere alten Volkslieder sind Verse und Melodien“, schwärmt Karl-Heinz Klinge (79) als einer ihrer begeisterten Mitsänger, „um aus vollem Herzen die Schönheit der Erde, die Schwermut des Abschieds oder den Wechsel der Jahreszeiten mit Blüten, Reifen und Welken – dem Menschenleben gleich – zu besingen.“ Klinge erinnert damit an den Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin (1916 bis 1999), der das Singen als „eine Würdigung von Welt und Menschen“ bezeichnete.

Kanon noch unter dem Dirigat von Ursula Stamp gesungen

Stellvertretend für die Röttgener Sängerschar hat Klinge noch vor der erzwungenen Corona-Pause des Singkreises einen zweistimmigen Kanon auf die Volksweise „Himmel und Erde müssen vergeh’n“ geschrieben, der unter dem Dirigat von Stamp auch noch gemeinsam gesungen worden ist. Der Text drückt aus, was die meisten Sängerinnen und Sänger mit kraftvollen Stimmen ihrer Chorleiterin schon immer einmal sagen wollten: „Danke, Frau Stamp, für den Gesang, der uns so fröhlich macht, möglichst noch lang’.“

Nicht zum ersten Mal hat Klinge das musikalische Engagement Stamps gewürdigt. Schon vor Jahren hatte er das Manko erkannt, dass das aus dem 16. Jahrhundert stammende und viel gesungene Volkslied „Grüß Gott, du schöner Maien“ nur zwei Strophen hat. Kurzerhand fügte er drei weitere hinzu, die seitdem zum Repertoire des Singkreises gehören: „Wir sind erfreut, dass uns Frau Stamp so richtig bringt in Fahrt; wenn sie mit uns singt Lieder in ihrer netten Art. Wir singen Volkes Weisen, die man von früher kennt, doch heute nicht mehr liegen im allgemeinen Trend“, heißt es darin.

In zwei weiteren Versen dichtet Klinge über das Glück, sowohl das Alter als auch die Sorgen beim Singen vergessen zu können. „Im Singkreis von Ursula Stamp spürt man immer wieder aufs Neue, welche Begeisterung und ansteckend fröhliche Mitmenschlichkeit das gemeinsame Singen hervorzubringen imstande ist“, so Klinge. So hofft er auch darauf, dass die Ansteckungsgefahr durch Covid-19 bald gebannt sein und dem Singkreis von und mit Stamp noch eine glückliche Zukunft beschieden sein möge.