Sportangebot für Jugendliche: Mitternachtssport auf dem Brüser Berg kommt gut an

Sportangebot für Jugendliche : Mitternachtssport auf dem Brüser Berg kommt gut an

Seit einem Jahr bietet der Bonner Stadtsportbund auf dem Brüser Berg Sport zu später Stunde an. Zeitgleich mit dem Angebot auf dem Brüser Berg startete der SSB den Mitternachtssport 2017 auch in Tannenbusch und Pennenfeld.

„Ich bin der beste Spieler der Welt“, verkündete Yasser ganz bescheiden. Warum er dann nicht in Madrid, Paris oder München spiele? Die Frage musste man eigentlich gar nicht stellen, der 23-Jährige, der tagsüber einen dualen Studiengang absolviert, hatte ja nur Spaß gemacht. Er kommt einmal im Monat zum Mitternachtssport des Bonner Stadtsportbundes (SSB), um sich ein wenig auszupowern. Fußball sei ein Hobby, sagte er, das er gerne öfters ausüben würde. In der kalten Jahreszeit sei das kaum möglich. „Im Winter kann man einfach nicht draußen spielen.“

Da kam ihm der Mitternachtssport, den der SSB seit Ende 2017 zwischen 22 und 1 Uhr anbietet, gerade recht. „Ich bin eine Nachteule.“ Bis vor Kurzem trafen sich die Interessierten in der Turnhalle des Hardtberg-Gymnasiums, inzwischen ist man in die Hardtberghalle nebenan gewechselt. Dort ist mehr Platz, und den brauchte man auch zwischendurch. Laut Raschid Ahajjam, Übungsleiter vom SSB, waren auch schon mal 45 junge Leute zwischen 16 und 45 Jahren da. Wer Lust hat, kommt hin, eine Pflicht gibt es nicht. Ahajjam und sein Kollege Zana Taha, der einige Spieler schon von früher kannte, bieten Fußball und Basketball an, meist wird ersteres gespielt.

Die Spieler kommen von überall her: Yasser und sein Bruder Amer (18) - manchmal spielt auch ihr Vater mit, begnadeter Torwart, war zu hören - aus Syrien, andere aus Bolivien, Marokko, dem Irak und auch aus Deutschland. Beim Sport spielt das keine Rolle, es herrscht ein entspanntes Miteinander, inzwischen kennt man sich. Zeitgleich mit dem Angebot auf dem Brüser Berg startete der SSB den Mitternachtssport auch in Tannenbusch und Pennenfeld. Der Kontakt zu den jungen Leuten sei vor allem über Facebook entstanden und über Mund-zu-Mund-Propaganda. “Es geht auch darum, die Jungs von der Straße zu holen“, sagte Ahajjam, der nur das Angebot im Hardtberg leitet. „Damit sie nicht herumlungern."

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