Projekt im Bonner Medienzentrum: Medienscouts geben Wissen weiter

Projekt im Bonner Medienzentrum : Medienscouts geben Wissen weiter

Soziale Netzwerke sind praktisch und kommunikativ und deshalb so beliebt. „WhatsApp hat gut 800 Millionen Nutzer“, sagte Marco, 15 Jahre alt und Schüler der Margot-Barnard-Realschule. „Täglich werden darüber rund 300 Milliarden Nachrichten verschickt.“ Aber man muss auch vorsichtig sein.

„Es gibt so viele Sachen, auf die man achten muss“, sagte Joyce, 14. „Zum Beispiel, dass man nicht seine Adresse oder den vollen Namen angibt.“ Ein anderes Beispiel hatte Jan, 15, von der Realschule Beuel: „Eine Taschenlampen-App braucht keinen Zugriff auf Kontakte, Identität et cetera.“ Gelernt haben sie das bei den Workshops im Medienzentrum Bonn, bei denen sie zu Medienscouts ausgebildet wurden.

Das Projekt wurde in diesem Jahr erstmals von der Stadt Bonn angeboten und im Medienzentrum durchgeführt. Am Donnerstag erhielten die rund 20 Medinghovener und Beueler Realschüler ihre Zertifikate.

Die mussten sie sich aber erst verdienen: In sechs Gruppen präsentierten sie Eltern und Lehrern ihr im vergangenen halben Jahr angeeignetes Wissen zu Social Media, Cybermobbing, QR-Codes, Passwörtern und Urheberrechten sowie Datensicherheit im Netz. Diese Themen vermitteln zu können gehört zum Job. Denn sie sollen ihr Wissen ja weitergeben.

Experten in eigener Sache

„Medienscouts sind Experten in eigener Sache“, sagte Lorenz Wüsten vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bonner Polizei. Er hatte die Schüler von zunächst drei Schulen, von denen eine absprang, in vier Sitzungen zusammen mit Sabine Hörter vom Medienzentrum geschult.

Als „Peers“ würden die Scouts die gleiche Sprache sprechen wie ihre jüngeren Mitschüler und die Argumente kennen, so Hörter. „So können sie sich auf Augenhöhe über die Themen unterhalten.“ Die Medienscouts dienten aber auch Lehrern und Eltern als Anlaufstelle.