Rock im Tal: Live-Musik begeistert im Derletal

Rock im Tal : Live-Musik begeistert im Derletal

Parallel zum Derletalfest gab es am Samstag in Duisdorf erneut Rock im Tal. Wie in den letzten Jahren ergänzten sich die Veranstaltungen perfekt. Das Musikevent überzeugte durch eine große Bandbreite und beste Qualität.

Ob Rock im Tal und das Derletalfest zusammengehören, sei dahingestellt, aber dass sie zusammenpassen, hat sich am Samstag mal wieder gezeigt. Schon am späten Nachmittag hatten viele Besucher vor der großen Bühne auf der unteren Talwiese Decken ausgebreitet und genossen die Musik einerseits und die Verköstigung durch die Vereine andererseits. Mit anderen Worten: Die beiden Veranstaltungen befruchten sich gegenseitig.

Das Bühnenprogramm ging schon um 14 Uhr mit dem Berliner Duo Ella John los, die mit ihrer psychedelischen Folkmusik allerdings einen schweren Stand hatte. Weil außerdem viele Besucher erst später kamen, spielte sie nicht vor allzu großem Publikum. Das änderte sich nach und nach: Bei East of Memphis füllte sich die Wiese zusehends, und High Fidelity aus Hannover konnte sich schon über eine passable Publikumsgröße freuen. Richtig viel Publikum zogen natürlich Coldstack, weil einige Mitglieder der Coverband aus Duisdorf kommen - und weil sie einfach gut sind.

Aus Hennef kam Stunde 2, die richtig guten selbst geschriebenen Deutsch-Rock produzieren und dabei noch tanzbar sind. Vor der Bühne tanzten aber hauptsächlich Kinder, die Erwachsenen beließen es bei entspanntem Picknick weiter hinten. Abends kamen dann zwei Hochkaräter auf die Bühne: The Legendary Ghetto Dance Band und Psycho Sexy haben sich deutschlandweit einen Namen gemacht. „Das sind Bands, die sonst gegen Eintritt spielen“, sagte Organisator Dennis Schreiner von Coldstack.

Er freute sich über die große Bandbreite: East oft Memphis spielen Outlawcountry, eine Mischung aus Country, Southern Rock und Rock'n'Roll, High Fidelity Rock mit Folk-Einflüssen, Stunde 2 zeigen, dass deutsche Musik auch intelligente Texte haben kann. Dazu kommen die Coverbands: Coldstack interpretiert ältere Songs weitgehend originalgetreu, The Legendary Ghetto Dance Band macht daraus ihr ganz eigenes Ding. Psycho Sexy ist eine Red Hot Chili Peppers Tribute Band, die seit 2003 die Energie der Rock-Hiphop-Ska-Reggae-Band auf die Bühnen bringt.

Am Konzept des letzten Jahres hat man laut Schreiner nicht viel geändert. Man habe die Bühne etwas weiter auf die Wiese gerückt, sagte er, da das Publikum gerne Abstand halte. Nach dem Motto: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten, rückte man also die Bühne auf das Publikum zu.

Gegen Abend füllte sich die Wiese weiter, viele Besucher kamen nur für die Konzerte. Jürgen Graßhoff war wirklich beeindruckt. Vor 20 Jahren war er zum letzten Mal beim Derletalfest, und er fand die Zusammenlegung mit "Rock im Tal" gelungen. "Ich bin überrascht von der Qualität der Musik", sagte er. "Live-Musik hat immer was ganz Besonderes."